Spanien wirft Marokko ″Erpressung″ vor | Aktuell Europa | DW

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Die spanische Verteidigungsministerin Margarita Robles warf Marokko Verstöße gegen internationales Recht vor. In einem spanischen Radiointerview sagte sie, die Regierung in Rabat habe Minderjährige als Druckmittel gegen Madrid eingesetzt. Die Grenzpolizei habe “Kinder im Alter von sieben oder acht Jahren” passieren lassen. “Sie haben sie benutzt, unter Missachtung des Völkerrechts”, sagte Robles. Es sei “inakzeptabel”, das Leben von Kindern und anderen Menschen für politische Zwecke aufs Spiel zu setzen. Spanien werde diese Art der “Erpressung” nicht hinnehmen und lasse sich nicht unter Druck setzen, betonte die Ministerin.

Spanien l Verteidigungsministerin Margarita Robles

Verteidigungsministerin Margarita Robles: Spanien lässt sich nicht unter Druck setzen

Seit Montag war eine Rekordzahl von 8000 Migranten in Ceuta angekommen, mindestens ein Mensch ertrank bei dem Versuch. Die meisten wurden inzwischen wieder zurückgeschickt, unter ihnen auch zahlreiche Minderjährige, was von Menschenrechtsorganisationen scharf kritisiert wurde. Ceuta und die andere spanische Exklave Melilla haben die einzige Landgrenze der Europäischen Union mit Afrika. Die Gebiete sind deshalb regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen.

Die marokkanischen Sicherheitskräfte hatten die Migranten in Ceuta am Montag passieren lassen und erst am Dienstag den Grenzschutz verstärkt. Robles sprach von einer “Aggression gegen Spanien und die EU”. Man betrachte Marokko zwar als Freund, werde aber “alle notwendigen Mittel einsetzen, um die territoriale Integrität zu gewährleisten und die Grenzen zu schützen”.

In Spanien ist man davon überzeugt, dass Rabat die Grenzkontrollen gelockert oder gar ausgesetzt hatte, um die linke Regierung in Madrid im Streit um die Konfliktregion Westsahara unter Druck zu setzen. Das dünn besiedelte Gebiet an der Atlantikküste war bis 1975 spanische Kolonie. Rabat beansprucht große Teile davon und ist verstimmt, weil der Chef der dortigen Unabhängigkeitsbewegung “Befreiungsfront Polisario”, Brahim Ghali, seit Mitte April in einem Krankenhaus in Spanien behandelt wird. Zudem erhebt Marokko auch Anspruch auf Ceuta und Melilla.

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uh/qu (dpa, afp, rtr)




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