Studie zeigt hohe Corona-Dunkelziffer | Aktuell Deutschland | DW

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1,8 Prozent der Münchner haben während der ersten Corona-Welle Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus entwickelt, wie eine Studie des Tropeninstituts am Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München ergab. Damit lag der Anteil der Menschen mit nachgewiesenen Antikörpern etwa viermal so hoch wie der Anteil der bis dahin offiziell registrierten Coronavirus-Fälle in der Landeshauptstadt von Bayern.

Am Nachweis von Antikörpern lässt sich erkennen, ob jemand bereits eine Corona-Infektion durchgemacht hat. Die Studie sollte daher unter anderem die Dunkelziffer ausleuchten. Ein erheblicher Teil der Corona-Infizierten entwickelt nur milde Symptome oder zeigt gar keine Anzeichen.

Infektionshäufung im Umfeld

Die Münchner Studie habe für Deutschland eine höhere Bedeutung als Untersuchungen lokaler Ausbrüche, erläuterte Studienleiter Michael Hölscher. 25 Teams waren rund zwei Monate unterwegs gewesen, um gut 5300 Freiwilligen ab 14 Jahren Blut abzunehmen.

Die Haushalte waren zufällig ausgewählt worden. In Mehrfamilienhäusern besuchten die Teams aber einen Haushalt pro Stockwerk, um eine mögliche Häufung zu untersuchen. Die Auswertung ergab, dass innerhalb von Wohnhäusern – aber auch in bis zu 200 Metern Entfernung – die Infektionshäufung leicht höher lag als erwartet.

Corona-Virus Antikoerper-Test (MIS/picture-alliance)

Antikörper-Test

Die Sterblichkeit an COVID-19 betrug der Studie zufolge 0,76 Prozent der Menschen mit Antikörpern. Sie liege damit “um ein Vielfaches über der für saisonale Grippeinfektionen”.

In der anfangs sehr stark betroffenen Gemeinde Gangelt in Nordrhein-Westfalen waren Forscher um den Virologen Hendrik Streeck bei einer Studie mit gut 900 Einwohnern zu einer ähnlichen Dunkelziffer gekommen wie die Münchner. Sie gingen aber von einer Sterblichkeitsrate von lediglich 0,37 Prozent aus, wobei damals nur sieben Todesfälle einflossen.

wa/no (afp, dpa)

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