Sudan will Truppen nach Darfur entsenden | Aktuell Afrika | DW

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Nach gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Angehörigen verschiedener Volksgruppen in Darfur hat die sudanesische Regierung die Entsendung von Soldaten in die ehemalige Bürgerkriegsregion im Westen des Landes angekündigt. Geplant sei die Verlegung einer “großen Zahl von Streitkräften, um die an den Kämpfen Beteiligten festzunehmen und die Waffen einzusammeln”, sagte der Gouverneur des Bundesstaates Süd-Darfur, Musa Mahdi, nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Suna. Die Ankündigung erfolgte wenige Tage, nachdem der UN-Sicherheitsrat das Ende der UN-Mission UNAMID in Darfur beschlossen hatte.     

UN-Mission läuft aus 

Bei den Kämpfen zwischen den Stämmen Massalit und Fallata im Gebiet Gereida waren laut Suna 15 Menschen getötet worden. Wann sich die Vorfälle ereignet haben, war zunächst unklar. Im Oktober hatte es eine Schlichtungskonferenz gegeben, in deren Folge die Gewalt zwischen rivalisierenden Volksstämmen zurückgegangen war.

Der UN-Sicherheitsrat hatte vergangene Woche entschieden, die Mission UNAMID in Darfur nach dem Auslaufen ihres Mandats am 31. Dezember nicht mehr zu verlängern. Das Gremium kam damit einer Bitte der sudanesischen Übergangsregierung nach, die auch von der Afrikanischen Union (AU) unterstützt wurde. Auf dem Höhepunkt der UNAMID-Mission waren 16.000 Blauhelmsoldaten in Darfur stationiert.     

UNAMID Mission in Darfur, Sudan

Der UN-Weltsicherheitsrat hat entschieden: Die UN-Mission “UNAMID” läuft Ende des Jahres aus

In der Region im Westen des Sudan war im Jahr 2003 ein blutiger Konflikt zwischen Rebellengruppen und der Armee unter dem damaligen Präsidenten Omar al-Baschir ausgebrochen, dem nach UN-Schätzungen etwa 300.000 Menschen zum Opfer fielen. 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben. Seit einigen Jahren herrscht in Darfur relative Ruhe; gelegentlich kommt es aber zu Zusammenstößen zwischen Nomaden und Bauern.     

Den Haag wartet auf Al-Baschir

Al-Baschir war im April 2019 gestürzt worden und sitzt seither im Hochsicherheitsgefängnis Kober in der Hauptstadt Khartum. Die Übergangsregierung hat zugesagt, den wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Darfur angeklagten Ex-Präsidenten an den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag auszuliefern.

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nob/kle (afp, ap)




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