Südfrankreich wird Hochrisikogebiet | Aktuell Deutschland | DW

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Für Urlauber im Süden Frankreichs gelten ab Sonntag schärfere Corona-Regeln bei der Wiedereinreise nach Deutschland. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte, werden die südfranzösischen Regionen Okzitanien und Provence-Alpes-Côte d’Azur sowie die Insel Korsika als Hochrisikogebiete eingestuft. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nach seiner Rückkehr für mindestens fünf Tage in Quarantäne.

Gleiches gilt für die französischen Überseegebiete Guadeloupe, Martinique, Réunion, St. Martin und St. Barthélemy. Auch eine Reihe weiterer Länder wurde entsprechend eingestuft, darunter Mexiko, Marokko, Algerien und Thailand. Die Niederlande – ausgenommen ihre Überseegebiete – gelten dagegen nicht mehr als Hochrisikogebiet.

Inzidenz

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt derzeit laut RKI mehrere Wochen früher und schneller wieder an als im Sommer 2020. Dies sei “trotz steigender Impfquote” festzustellen, schrieb das RKI auf Twitter. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Wie aus dem jüngsten RKI-Wochenbericht hervorgeht, können die Gesundheitsämter nicht mehr alle Infektionsketten nachvollziehen. Die Daten im Überblick:

Betroffene

“Der derzeitige Anstieg der Inzidenz ist vor allem in den Altersgruppen der 10- bis 34-Jährigen zu beobachten, obwohl sich diese Tendenz inzwischen auch in den Altersgruppen bis 49 abzeichnet”, schreibt das RKI. Die Angaben beziehen sich auf die Zeit bis 1. August.

Schüler mit Schutzmaske

Vor allem die Altersgruppe der 10- bis 34-Jährigen ist derzeit durch das Corona-Virus gefährdet

Die meisten Ansteckungen mit 49 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche verzeichnet das RKI für die 20- bis 24-Jährigen. Einstellige Werte werden für die Menschen ab 55 Jahren angegeben, teils zeigen sich aber auch in diesen Gruppen leichte Anstiege.

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Kliniken 

Die Zahlen zu Krankenhauspatienten und Behandlungen auf Intensivstationen liegen dem Bericht nach weiter auf einem “niedrigen Niveau”. Die bisher meist jungen Infizierten haben ein geringeres Risiko für schwere Krankheitsverläufe als Hochbetagte. In den vergangenen vier Meldewochen zeigte sich laut RKI kein Unterschied zwischen Alpha- und Delta-Variante in Hinblick auf den Anteil der Patienten, die ins Krankenhaus kamen.

Reiserückkehrer

Die Daten, die dem RKI zu Reiserückkehrern vorliegen, zeigen kein vollständiges Bild: In 42 Prozent der in den vergangenen Wochen übermittelten Fälle lägen keine Angaben zum wahrscheinlichen Infektionsland vor, hieß es. Der Anteil der Fälle, bei denen eine wahrscheinliche Ansteckung im Ausland bekannt ist, stieg laut dem Bericht im Vergleich zur Vorwoche nicht weiter an.

Schild mit der Aufschrift Einreise nur mit negativen Corona-Test an der deutsch-tschechischen Grenze

An der deutsch-tschechischen Grenze

Es geht um insgesamt gut 5000 Infektionen zwischen 5. Juli und 1. August, in denen Menschen dem Virus wohl im Ausland ausgesetzt waren. In Deutschland wurde in der gleichen Zeit die rund vierfache Anzahl erfasst. Als Reiseziel mit den meisten mutmaßlichen Ansteckungen wird Spanien mit deutlichem Abstand vor der Türkei und Kroatien genannt.

Varianten

Die als besorgniserregend eingestufte Delta-Variante hat andere Varianten in Deutschland weitestgehend verdrängt. In einer für Erbgutanalysen ausgewählten Stichprobe, die repräsentativ für Deutschland sei, wurde Delta in 97 Prozent der Fälle gefunden, wie das RKI schreibt. Fast alle anderen Nachweise entfallen auf die zuvor dominante Mutante Alpha (B.1.1.7). Die sogenannte Lambda-Variante spielt den Daten zufolge in der Bundesrepublik weiter keine Rolle.

Tests

Schon den ganzen Sommer über ist die Zahl der pro Woche durchgeführten Labortests (PCR) wesentlich niedriger als noch im Frühjahr. Allerdings sieht das RKI seit vier Wochen wieder einen steigenden Anteil positiver Tests. Er ist aber mit drei Prozent immer noch vergleichsweise gering.

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Impfung

Der Großteil der Menschen, die seit Februar positiv auf Corona getestet wurden, war laut RKI nicht geimpft. Es werde “dringend empfohlen, jetzt die Angebote für die Impfung gegen COVID-19 wahrzunehmen“, wird in dem Bericht appelliert.

Schnelle Impfung in der Nähe der Filiale eines schwedischen Möbelhauses in Berlin

Schnelle Impfung in der Nähe der Filiale eines schwedischen Möbelhauses in Berlin

Die geschätzte Impfeffektivität gibt das RKI mit circa 88 Prozent für die Menschen zwischen 18 und 59 Jahren an und mit circa 87 Prozent für die Gruppe ab 60.

Sieben-Tage-Inzidenz

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist unterdessen auf 20,4 gestiegen. Wie das RKI am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 3448 Neuinfektionen sowie 24 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 registriert. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 16,5. Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.784.433. Insgesamt wurden bislang 91.754 Corona-Tote gemeldet. Die Zahl der von einer Corona-Infektion Genesenen gibt das RKI mit 3.662.700 an.

Charité

Die Berliner Charité hat damit begonnen, Mitarbeiter ein drittes Mal gegen das Coronavirus zu impfen. Die Auffrischimpfung werde seit Mittwoch angeboten, sagte ein Sprecher der Klinik. Angesprochen seien Beschäftigte, die vor mindestens sechs Monaten ihre zweite Impfung erhalten hätten und mindestens 60 Jahre alt seien. Dabei handle es sich um Mitarbeiter von COVID-19-Risikobereichen, die altersbedingt einem erhöhten Risiko unterlägen. Eine Zahl der bisher erneut geimpften Beschäftigten wurde nicht genannt.

Vakzinvernichtung

Ein ganz anderes Problem haben die Impfzentren. Wegen der nachlassenden Impfbereitschaft müssen sie nicht aufgebrauchte Impfdosen zurückführen, deren Haltbarkeitsfrist abläuft. Die Vakzine werden dann vernichtet. So wurden allein im Juli in Bayern 27.000 Impfdosen entsorgt. Eine Umfrage von NDR und WDR ergab, dass dies auch in weiteren Bundesländern passiert: Mehr als 2000 Impfdosen wurden demnach in Sachsen, 4000 in Baden-Württemberg und etwa 6000 im Saarland vernichtet. Nordrhein-Westfalen spricht dagegen von lediglich 350 Dosen. In den meisten Fällen ging es dabei um das Vakzin von AstraZeneca. 

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sti/jj (afp, dpa, WDR, NDR)




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