Swetlana Alexijewitsch in Deutschland gelandet | Aktuell Europa | DW

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Grund der Reise nach Deutschland sei eine medizinische Behandlung und ein Arbeitsaufenthalt, sagte ein Vertrauter von Swetlana Alexijewitsch. Es gebe keine politischen Motive für die Deutschland-Visite. Die Schriftstellerin plane, in ihre Heimat zurückzukehren, meldeten die Nachrichtenagenturen Reuters und AFP.

Die politisch engagierte Literaturnobelpreisträgerin sorge sich um ihre Sicherheit, meldet hingegen die Deutschen Presse-Agentur. Die 72-Jährige sei an Bord einer Maschine der belarussischen Fluggesellschaft Belavia nach Deutschland geflogen und in Berlin-Schönefeld gelandet.

Wachleute sicherten die Privatwohnung

Die Autorin gehört zu den schärfsten Kritikern von Machthaber Alexander Lukaschenko. Sie forderte immer wieder seinen Rücktritt. Alexijewitsch musste als Präsidiumsmitglied des Koordinierungsrates der Opposition in Belarus befürchten, wie ihre Mitstreiter entweder in Haft zu kommen oder gegen ihren Willen außer Landes gebracht zu werden.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entschied sie sich dafür, das Land freiwillig zu verlassen. Zuvor hatten sich westliche Diplomaten für ihren Schutz eingesetzt, sie richteten auch einen Wachdienst ein, nachdem die Schriftstellerin sich in ihrer Wohnung in Minsk von den belarussischen Behörden bedroht gefühlt hatte.

Alexijewitsch war bereits vorgeladen worden

Alexijewitsch hatte viele Angebote aus dem Ausland erhalten, sich in Sicherheit zu bringen. Auch Friedenspreisträger aus aller Welt hatten sich mit der Autorin solidarisiert und ihren Mut gewürdigt. “Sie hat nichts anderes getan als das, wofür sie mit dem Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels im Jahre 2013 ausgezeichnet worden ist: die Wahrheit auszusprechen und ihre Stimme all jenen zu leihen, die sich auflehnen gegen Erniedrigung”, hieß es in der Erklärung.

Belarus I Maxim Snak in Minsk (Ulf Mauder/dpa/picture-alliance)

Auch Maxim Snak (Archiv), Mitglied des Koordinierungsrates, wurde bereits festgenommen

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Alexijewitsch war wie die meisten anderen Mitglieder des Koordinierungsrates der Zivilgesellschaft unlängst auch zur Vernehmung vorgeladen worden. Sie beklagte zuletzt öffentlich, dass ihr Präsidiumskollege Maxim Snak festgenommen wurde. Zuvor waren die Oppositionelle Maria Kolesnikowa und andere verhaftet worden. Zwei Präsidiumsmitglieder hatten das Land auf Druck der Behörden verlassen.

Macron will Treffen mit Tichanowskaja

Unterdessen bekundete Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron seine grundsätzliche Bereitschaft zu einem Treffen mit der belarussischen Oppositionellen Swetlana Tichanowskaja . Der Präsident werde mit der 38-Jährigen während seiner Reise ins Baltikum zusammentreffen, falls sie darum bitte, sagte der französische Regierungssprecher Gabriel Attal nach einer von Macron geleiteten Kabinettssitzung in Paris.

Macron wird am Abend in der litauischen Hauptstadt Vilnius erwartet. Wann ein Treffen mit Tichanowskaja stattfinden könnte, blieb zunächst offen. Wie der Regierungssprecher weiter erklärte, werde Macron im Baltikum mit seinen Kollegen Gitanas Nauseda (Litauen), Egils Levits (Lettland) und dem lettischen Regierungschef Krisjanis Karins über die Lösung der Krise in Belarus sprechen.

nob/ml (dpa, rtr)




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