Taliban in Afghanistan auf dem Vormarsch | Aktuell Asien | DW

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In Afghanistan ist ein weiterer Bezirk an die militant-islamistischen Taliban gefallen. Doab in der Provinz Nuristan im Osten des Landes sei kampflos an die Islamisten übergeben worden, bestätigten lokale Behördenvertreter der Deutschen Presse-Agentur. Der Bezirk sei davor mindestens 20 Tage lang von den Taliban belagert worden, erklärte der Parlamentarier Ismail Atikan aus Nuristan. Die Soldaten dort hätten weder mit Munition noch mit Nahrung versorgt werden können. Unter Vermittlung der Ältesten im Bezirk sei der Abzug der Armee- und Polizeieinheiten sowie der Bezirksverwaltung vereinbart worden. Die Taliban hätten zugesagt, sie nicht anzugreifen.

Mit den Behördenvertretern von Doab verließen auch die Bezirksbehörden des Nachbarbezirks Mandol Doab. Diese waren dorthin übergesiedelt, nachdem Mandol bereits früher an die Taliban gefallen war. Der Parlamentarier warnte, auch der Bezirk Nurgram könne in naher Zukunft in der Hand der Islamisten sein. Er sei schwer belagert.

Special Force in Kabul

Erst vor wenigen Tagen wurden in Kabul Hunderte neue Soldaten – darunter auch Frauen – sowie Sondereinheiten rekrutiert

Seit Beginn des offiziellen Abzugs der US- und der anderen NATO-Truppen aus Afghanistan mit 1. Mai sind mindestens sieben Bezirke an die Taliban gefallen. Donnerstagnacht (Ortszeit) eroberten die Islamisten nach mehrtägigen Kämpfen Schenkai in der Provinz Sabul im Süden des Landes. Am Freitag geriet in der Provinz Urusgan, ebenfalls im Süden gelegen, der Bezirk Gisab unter Taliban-Kontrolle. In der Provinz Gasni im Südosten des Landes steht der Bezirk Deh Jak nach starkem militärischen Druck auf die Sicherheitskräfte kurz vor dem Fall. Auch aus dem Bezirk Farsi in der Provinz Herat werden schwere Gefechte gemeldet.

Pakistan befürchtet neuen Bürgerkrieg

Seit Beginn des Abzugs der alliierten Soldaten verstärken die Islamisten ihre Angriffe und weiten ihre Machtbefugnisse aus. Pakistan befürchtet einen neuen Bürgerkrieg im Nachbarland. Ministerpräsident Imran Khan sagte in Islamabad, seine Regierung bemühe sich um eine politische Lösung zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban. Allerdings werde es nicht einfach sein, da sich die Taliban wegen des Truppenabzugs als Sieger sähen. Sollte es zu einem neuen Bürgerkrieg in Afghanistan und einer Flüchtlingskrise kommen, würde auch Pakistan darunter leiden. Sein Land könnte zum Eingreifen gezwungen sein.

Afghanistan Flüchtlinge mit provisorischen Zelten auf einem Platz

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Vor den Kämpfen geflohene Familien auf einem Marktplatz in Mihtarlam in der Ostprovinz Laghman

Die USA und die NATO wollen spätestens bis zum 11. September – dem 20. Jahrestag der Terroranschläge in den USA – sämtliche Truppen aus Afghanistan abgezogen haben. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat bereits mehrere Militärstützpunkte an die heimischen Streitkräfte übergeben.

se/kle (dpa, afp, rtr) 




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