Taliban überrennen Afghanistans Städte | Aktuell Asien | DW

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Mehrere Provinzräte bestätigten vorherige Angaben der Taliban, dass die Stadt Kundus inzwischen von den Islamisten kontrolliert wird. Das melden mehrere Nachrichtenagenturen. Die Aufständischen hätten die Kontrolle über alle wichtigen Regierungseinrichtungen in der Stadt übernommen, mit Ausnahme des Armeepostens und des Flughafens. Hochrangige Beamte und Sicherheitskräfte hätten sich in Richtung Flughafen zurückgezogen.

Afghanische Streitkräfte und radikalislamische Taliban liefern sich den Angaben zufolge weiter heftige Gefechte im Zentrum der nördlichen Provinzhauptstadt. In vielen Teilen der Stadt gebe es Straßenkämpfe, sagte ein Mitglied des Provinzrats der Nachrichtenagentur AFP. “Die Stadt brennt.” Kundus wird seit Wochen von den Taliban belagert. Bislang waren jedoch nur Kämpfe am Stadtrand gemeldet worden.

Während des Krieges in Afghanistan war die Bundeswehr rund ein Jahrzehnt lang in Kundus stationiert. Von 2003 bis 2013 überwachten deutsche Soldaten vom Feldlager Kundus aus die Sicherheit im Norden des Landes.

Sicherheitskräfte offenbar chancenlos gegen die Taliban

Mit Sar-i Pul in der gleichnamigen Provinz war zuvor eine dritte Provinzhauptstadt an die Islamisten gefallen, wie die Provinzräte der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Die Taliban hätten die die wichtigsten Regierungsgebäude der Stadt unter ihrer Kontrolle. Alle Vertreter der Regierung hätten sich in eine Militärbasis rund einen Kilometer vom Zentrum zurückgezogen, die belagert sei. Die Taliban würden Mörsergranaten auf die Basis feuern. Die Regionalregierung halte in der Provinz nur noch den Bezirk Balchab, sagten die Provinzräte weiter.

Afghanistan Symbolbild Vormarsch der Taliban Kunduz

Auf verlorenem Posten – afghanische Soldaten in der Nähe von Kundus bei Kämpfen im Juli dieses Jahres

Die afghanischen Streitkräfte kämpfen seit dem Beginn des Abzugs der US- und NATO-Truppen Anfang Mai an zahlreichen Fronten gegen die Taliban. Die radikalislamische Miliz kontrolliert bereits weite Teile der ländlichen Regionen und verstärkt nun den Druck auf Provinzhauptstädte. Sie eroberten zudem mehrere Grenzübergänge.

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Am Freitag war die kleine Provinzhauptstadt Sarandsch in Nimrus an der iranischen Grenze praktisch kampflos an die Taliban gefallen. Es war die erste Provinzhauptstadt seit 2016, die die Taliban einnehmen konnten. Am Samstag folgte die Stadt Schiberghan in Dschausdschan im Norden, Machtsitz des umstrittenen ehemaligen Kriegsfürsten und Ex-Vizepräsidenten Abdul Raschid Dostum, eine führende Anti-Taliban-Figur.

Unter Druck stehen auch Provinzhauptstädte wie Herat nahe der Grenze zum Iran sowie Laschkar Gah und Kandahar im Süden.

qu/mak (afp, dpa)




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