Tansania: Kehrtwende in der Coronapolitik | Aktuell Afrika | DW

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Vor dem Wochenende hat die Regierung nach langem Zögern alle “entbehrlichen öffentlichen Versammlungen” verboten. Zudem ermutigte die Regierung in Dodoma ihre Bürger, sich kostenlos gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Der Aufruf folge laut Ministerpräsident Kassim Majaliwa unter anderem auf die Beschränkungen für Ungeimpfte beim diesjährigen Haddsch. An Muslime appellierte er in dieser Woche: “Wer Mekka nächstes Jahr nicht verpassen will, sollte sich impfen lassen.”

Auch die neue Präsidentin Suluhu Hassan, die sich in ihrem Amtssitz in Daressalam impfen ließ, rief ihre Mitbürger schon im Juni zu Umsicht und Vorsicht auf.

Erst kürzlich schloss sich das ostafrikanische Land der internationalen Initiative COVAX an. Es erhielt vor wenigen Tagen über COVAX gut eine Million Dosen des Vakzins von Johnson & Johnson und begann damit am Mittwoch seine Impfkampagne.

Magufuli, der Impfskeptiker

Das Umdenken kommt vier Monate nach dem Tod des umstrittenen Präsidenten John Magufuli. Dieser hatte die Existenz des Virus in dem ostafrikanischen Land geleugnet, nachdem man dieses als Nation “weggebetet” habe. Ab dem Frühjahr 2020 hatten die Behörden keine Corona-Statistik mehr veröffentlicht. “Viele fragten sich, wann diese Entscheidung endlich fällt, da das Leben auf Märkten, in Sportarenen und Bars landesweit wie gewohnt weiterging”, berichtet die lokale Zeitung “The Citizen”.

Afrika erlebt derzeit seine dritte und bisher schlimmste Corona-Welle. Seit neun Wochen steigt in etlichen Ländern die Zahl der täglichen Neuinfektionen. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO konnte in bisher 26 afrikanischen Staaten die Delta-Variante nachgewiesen werden.

fab/kle (epd, kna)




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