Tarifstreit mit der Deutschen Bahn: Lokführer ziehen Notbremse | Aktuell Deutschland | DW

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Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) hat Warnstreiks angekündigt und beeinträchtigt damit noch in dieser Woche den Eisenbahnverkehr in Deutschland. GDL-Chef Claus Weselsky sagte bei einer Pressekonferenz in Frankfurt, 95 Prozent der Briefwahlstimmen in einer Urwahl hätten für Warnstreiks votiert. Das Quorum von 75 Prozent sei weit überstritten worden. Er warf der Bahn-Konzernführung „Tricksen und Täuschen“ vor. Angesichts hoher Managerhälter sprach Weselsky von einem „Selbstbedienungsladen“ und forderte den Bund als Eigentümer auf, Verantwortung zu übernehmen.

Bereits am Abend (19 Uhr deutscher Zeit) soll der Güterverkehr in den Streik treten, in der Nacht zum Mittwoch (2 Uhr) sollen auch Personenzüge der Deutschen Bahn bundesweit bestreikt werden. Die Streiks sollen laut Weselsky am Freitag beendet werden, um den Reiseverkehr nicht noch stärker zu belasten. Ausdrücklich ausgenommen sind einige Privatbahnen wie die des Betreibers Transdev, mit denen die GDL jüngst Einigungen erzielt hatte.

Tarifstreit im Überlebenskampf der Gewerkschaften

Der Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hatte sich seit Wochen zugespitzt. Kernforderung der GDL sind 1,4 Prozent Lohnerhöhungen und eine Corona-Prämie von 600 Euro für das Jahr 2021 sowie eine Erhöhung um weitere 1,8 Prozent für 2022. Das jüngste Angebot der Bahn lautete auf 3,2 Prozent Lohnerhöhung in zwei Schritten sowie weitere Leistungen etwa bei Altersvorsorge sowie ein besserer Kündigungsschutz. Insbesondere der Zeitpunkt der Lohnerhöhungen blieb jedoch strittig.

GDL-Chef Claus Weselsky

Gewerkschafter Claus Weselsky führt die GDL an

Parallel zum Tarifstreit entfaltet sich ein Machtkampf zwischen der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgemeinschaft (EVG). Die GDL gilt als kompromissloser Hardliner und hatte in der Vergangenheit gegenüber der größeren EVG an Boden gut gemacht. Die Bahn muss das Tarifeinheitsgesetz anwenden, das sie dazu verpflichtet, in ihren rund 300 Betrieben stets den Tarifvertrag der jeweils größeren Gewerkschaft anzuwenden. Vor diesem Hinblick versuchte die GDL, der Konkurrenz Mitglieder abzujagen. Weselsky zufolge sind binnen 12 Monaten 3000 neue Mitglieder hinzugekommen – insbesondere Bahnmitarbeitende jenseits der Lok-Cockpits. Die GDL will auch sie künftig in Verhandlungen vertreten.

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Die bundeseigene Bahn steckt angesichts der Corona-Pandemie tief in den roten Zahlen: Die Zugverbindungen wurden selbst während der Lockdowns weitgehend aufrecht erhalten, sodass Milliardenschäden erwirtschaftet wurden. Dazu kommen hohe Wiederaufbaukosten in den westdeutschen Flutgebieten, wo Bahnstrecken auf vielen Kilometern zerstört wurden.

ehl/sti (rtr, dpa, afp, Tagesschau24)




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