Tausende Demonstranten im Irak fordern Aufklärung | Aktuell Nahost | DW

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Zu tausenden sind die Menschen in der irakischen Hauptstadt auf die Straße gegangen, um auf die tödliche Gewaltwelle gegen Demokratie-Aktivisten und Journalisten aufmerksam zu machen. Mit Porträts der Opfer, von denen einige von unbekannten Angreifern mit Schalldämpfern niedergeschossen worden waren, zogen die Demonstranten zu den wichtigsten Plätzen in Bagdad.

Viele waren aus Städten im Süden des Landes angereist. Vor rund zwei Wochen war in Kerbela etwa 80 Kilometer südlich von Bagdad der bekannte regierungskritische Aktivist Ihab al-Wasni erschossen worden. Er gehörte zu den führenden Vertretern der irakischen Protestbewegung. Der oder die Täter werden in den Reihen der schiitischen Milizen vermutet, die mit der irakischen Führung verbündet sind. Einen Tag später wurde ein Attentat auf den Journalisten Ahmed Hassan verübt. Er liegt seitdem im Koma.

Irak I Proteste in Bagdad

Regierungskritiker in Bagdad mit einem Foto des ermordeten Aktivisten Ihab al-Wasni

Die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Bagdad warfen der Regierung massive Misswirtschaft und Korruption vor. Sie verlangten eine grundlegende Reform des politischen Systems. Der Protest sei eine Botschaft an Iraks politische Elite, dass die Menschen wieder auf die Straße gehen könnten, um ihre Forderungen durchzusetzen, sagte ein Demonstrant.

Zwei Tote, fast 30 Verletzte

Es blieb nicht friedlich. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Protestierenden ein. Diese errichteten brennende Barrikaden und schleuderten Steine. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden mindestens zwei Menschen getötet und 28 Demonstranten verletzt, wie Rettungskräfte mitteilten.

Irak I Proteste in Bagdad

Immer wieder geraten Demonstranten und Sicherheitskräfte aneinander

Im Oktober 2019 hatten im Irak Massenproteste gegen die Regierung, Misswirtschaft und Korruption begonnen. Polizisten und andere Sicherheitskräfte gingen immer wieder mit massiver Gewalt gegen die Teilnehmer vor. Nach Angaben der vom Parlament gewählten Menschenrechtskommission wurden seitdem fast 600 Demonstranten und Aktivisten getötet, Dutzende weitere verschleppt. Regierungskritiker klagen, die Verantwortlichen würden nie zur Rechenschaft gezogen.

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se/fw (afp, dpa, ap) 




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