Tausende Israelis demonstrieren gegen Netanjahu | Aktuell Europa | DW

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Seit Juni treibt es Samstag für Samstag Kritiker und Gegner von Benjamin Netanjahu auf die Straße. Doch dieses Mal war der Protest besonders groß. Mehr als 20.000 Menschen – so schätzten israelische Medien – versammelten sich vor der Residenz des wegen Korruption angeklagten konservativen Regierungschefs in Jerusalem und forderten dessen Rücktritt. Als erster amtierender Ministerpräsident des Landes muss sich Netanjahu derzeit wegen Bestechung, Betrug und Veruntreuung vor Gericht verantworten.

Israel Protest gegen Netanjahu

Abstand ist hier nicht möglich – zu viele strömten auf den Platz vor der Residenz des Regierungschefs

Bei der Parlamentswahl am Dienstag – der vierten innerhalb von zwei Jahren – hofft der mit zwölf Jahren an der Macht dienstälteste Regierungschef in der Geschichte Israels auf seine Wiederwahl. Im Wahlkampf setzte er vor allem auf die erfolgreiche Impfkampagne gegen das Coronavirus. Knapp die Hälfte der etwa neun Millionen Einwohner Israels sind bereits zwei Mal mit dem Vakzin des deutschen Herstellers BioNTech und seines US-Partners Pfizer geimpft. Damit liegt das Land im weltweiten Vergleich mit Abstand vorne.

Missmanagement in der Pandemie 

Netanjahus Kritiker werfen dem 71-Jährigen dagegen massives Missmanagement in der Corona-Pandemie vor. Sie kritisieren insbesondere die wiederholten Lockdowns, mit denen die Wirtschaft abgewürgt worden sei. Viele Israelis haben ihren Job verloren.

Die Demonstranten schwenkten Flaggen und skandierten “Bibi go home”. Bibi ist der Spitzname des Regierungschefs.

“Wir sind gekommen, um gegen einen Diktator zu protestieren”, erklärte Anat Gourelle, eine 60-jährige Anwältin aus Tel Aviv. “Es ist ungeheuerlich, was in Israel vor sich geht. Es ist undenkbar, dass jemand seine Macht benutzt, um sein eigenes Volk zu bestehlen”, sagte sie einem Reporter der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Israel Protest gegen Netanjahu

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Netanjahu als Strippenzieher

Der kämpferische Premier bestreitet ein Fehlverhalten und behauptet, er sei das Opfer einer Hexenjagd. Netanjahu hofft zudem auf zusätzliche Wählerstimmen wegen der historischen Normalisierung der Beziehungen Israels zu vier arabischen Ländern – den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Marokko und dem Sudan.

An diesem Samstag forderte der Zentrist Jair Lapid, der die Partei Jesch Atid (Es gibt eine Zukunft) führt, Netanjahu zu einem live übertragenem TV-Duell heraus. Der Regierungschef nahm das Angebot nicht an. Jesch Atid wird möglicherweise nach der Wahl die zweitgrößte Fraktion im Parlament nach dem konservativen Likud.

se/wa (afp, ap, rtr, dpa)

    




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