Tausende Kunstwerke bei weltweiter Razzia sichergestellt | Aktuell Europa | DW

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Bei einer internationalen Aktion gegen den Handel mit gestohlenen Kulturgütern stellte Interpol 19.000 Artefakte und Kunstwerke aus Museen und archäologischen Stätten in Kriegsgebieten sicher. Mehr als hundert Verdächtige wurden festgenommen, 300 Ermittlungen wurden aufgenommen, wie die internationale Polizeibehörde Interpol in Lyon mitteilte. An den von Interpol, Europol und der Weltzollorganisation koordinierten Razzien beteiligten sich 103 Staaten. 

Sichergestellt wurden bei den Aktionen, die bereits im Herbst 2019 stattfanden, etwa Münzen aus verschiedenen Epochen, archäologische Objekte, Keramik, historische Waffen, Gemälde und Fossilien. Gut die Hälfte der Kulturgüter war nach Interpol-Angaben im Internet zum Verkauf angeboten worden. Allein am Flughafen von Kabul beschlagnahmten Zollbeamte laut der internationalen Polizeibehörde fast tausend Kulturgüter – sie waren auf dem Weg nach Istanbul.

Präkolumbianische Kunst in Spanien aufgetaucht

Besonderes Augenmerk zieht eine Aktion der spanischen und kolumbianischen Behörden am Flughafen in Madrid auf sich: Die spanische Nationalpolizei beschlagnahmte einige sehr seltene präkolumbianische Gegenstände, die illegal durch Plünderungen in Kolumbien erworben worden waren, darunter eine einzigartige Tumaco-Goldmaske und mehrere Goldfiguren und antike Schmuckstücke, hieß es in der Mitteilung. Die Maske sollte demnach auf dem Schwarzmarkt 200.000 Euro einbringen. Drei Schmuggler wurden festgenommen. 

Die kolumbianischen Behörden stellten bei Hausdurchsuchungen in Bogotá fast 250 gestohlene historische Artefakte sicher. Es handele sich um die größte derartige Beschlagnahmung in der Geschichte des Landes, erklärte Interpol. “Die organisierte Kriminalität hat viele Gesichter”, sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock. Dazu zähle auch der illegale Handel mit Kulturgütern. Dieser sei kein “glamouröses Geschäft, das von extravaganten und eleganten Fälschern geleitet wird, sondern von kriminellen internationalen Netzwerken”. Da praktisch jedes Land der Erde als Ausgangspunkt, Transitland oder Ziel des Handels mit gestohlenen Kulturgütern betroffen sei, sei die internationale Zusammenarbeit im Kampf dagegen unverzichtbar.

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sam/uh (afp, dpa)




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