Todesstrafe für Vergewaltiger in Bangladesch | Aktuell Asien | DW

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Nach tagelangen Demonstrationen hat Bangladeschs Präsident Abdul Hamid unterschrieben: Der Staatschef unterzeichnete ein Gesetz, das die Todesstrafe für Vergewaltiger erlaubt. Am Montag hatte die Regierung des islamischen Landes die Vorlage beschlossen. Bisher war die Höchststrafe für Vergewaltigung lebenslange Haft.

Menschenrechtler kritisierten die Entscheidung. “Dieser rückwärtsgewandte Schritt ist ein Feigenblatt”, sagte der Südasien-Experte von Amnesty International, Sultan Mohammed Zakaria. Die Erhöhung des Strafmaßes lenke davon ab, dass es in Bangladesch an Maßnahmen fehle, um Gewalt gegen Frauen vorzubeugen. Hinrichtungen setzten vielmehr die Gewalt fort, statt sie zu verhindern.

Angst vor Ausgrenzung

Amnesty wies zugleich darauf hin, dass viele Täter ganz straffrei blieben: einmal, weil sie oft nicht ermittelt oder in Prozessen nicht verurteilt würden; zum anderen, da Frauen aus Furcht vor Bedrohung oder Stigmatisierung die Verbrechen gar nicht erst anzeigten.

Teilnehmerinnen einer Demonstration (Mohammad Ponir Hossain/Reuters)

Frauen demonstrieren am Samstag in Dhaka für die Bestrafung der Täter nach einer Gruppenvergewaltigung

Vor gut einer Woche war in sozialen Medien ein Video von einer Gruppenvergewaltigung im Süden des Landes aufgetaucht, das heftige Proteste auslöste. Tausende Demonstranten forderten drastische Strafen für Vergewaltiger. Inzwischen nahm die Polizei acht Personen fest, die an dem Verbrechen beteiligt gewesen sein sollen.

In Bangladesch konnte die Todesstrafe bisher bereits für Mord, Terrorismus, Meuterei oder Entführung verhängt werden. Nach Angaben von Amnesty International wurden im vergangenen Jahr zwei Verurteilte am Galgen hingerichtet.

jj/fab (dpa, epd, rtr)




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