Tokio ruft erneut den Corona-Notstand aus | Aktuell Asien | DW

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Der Ausnahmezustand wurde für Tokio und drei benachbarte Provinzen verhängt und gilt zunächst für einen Monat. Das gab Regierungschef Yoshihide Suga bekannt. Ein Lockdown ist die ab Freitag geltende Maßnahme jedoch nicht: Restaurants und Bars in Tokio sowie den angrenzenden Präfekturen Chiba, Saitama und Kanagawa sollen ab 19.00 Uhr Ortszeit keinen Alkohol mehr ausschenken und schon um 20.00 Uhr schließen. Wer kooperiert, bekommt Finanzhilfen. Firmen, die sich nicht daran halten, droht dagegen, öffentlich an den Pranger gestellt zu werden.

Auch Fitnesshallen und Kaufhäuser sollen die Öffnungszeiten kürzen. Die Bürger sind zudem aufgerufen, möglichst zu Hause zu bleiben und vor allem nicht nach 20.00 Uhr auszugehen. Anders in anderen Ländern sieht der Notstand jedoch keine Geldbußen bei Zuwiderhandlungen vor.

Japan war wie andere asiatische Länder vergleichsweise glimpflich durch die Pandemie gekommen. Zuletzt legten die Infektionszahlen aber wieder stark zu. Wenige Monate vor den geplanten Olympischen Spielen in Tokio kletterten sie landesweit erstmals auf die Marke von 7000. In Tokio selbst stieg die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf den Rekord von 2447 Fällen binnen eines Tages.

Suga will sichere Olympische Spiele

Trotz der Ausbreitung des Virus ist Suga weiter entschlossen, im Sommer “sichere” Olympische Spiele abzuhalten. Er sei optimistisch, dass die Stimmung im Volk steigen werde, sobald die Impfungen gegen das Coronavirus beginnen. Diese sollen Ende nächsten Monats zunächst für Mitarbeiter im medizinischen Bereich starten.

Japan Yoshihide Suga besichtigt Krankenhaus

Der japanische Premier Yoshihide Suga besichtigt ein Krankenhaus in Tokio (Archivbild)

Japan hatte zuletzt im April 2020 für Tokio den Ausnahmezustand ausgerufen, der später auf das ganze Land ausgeweitet und Ende Mai aufgehoben wurde. Zuletzt sind die Infektionszahlen aber wieder stark gestiegen, vor allem im Großraum Tokio. Es besteht zunehmend die Sorge vor einer Überlastung des Gesundheitssystems. Einen Lockdown hat es in Japan zu keinem Zeitpunkt gegeben. Die Regierung ist auf den guten Willen der Firmen und Bürger angewiesen.

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Die meisten Bürger des 127-Millionen-Einwohner-Landes tragen zwar Mund- und Nasenschutz. Doch waren Einkaufszonen im Vorfeld der Neujahrsfeiertage sowie Schreine zu Neujahr überfüllt. Auch benutzten viele Menschen weiter die Bahnen, andere amüsierten sich in Tokios nächtlichen Amüsiervierteln in Bars. Unternehmen sind jetzt erneut dazu aufgerufen, ihre Mitarbeiter möglichst von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Die Bürobelegung soll um 70 Prozent gesenkt werden. Veranstaltungen dürfen nur bis zu 5000 Zuschauer haben beziehungsweise dürfen nur die Hälfte der Platzkapazitäten nutzen.

kle/uh (dpa, rtr)




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