Tote bei Anschlag auf den Philippinen | Aktuell Asien | DW

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Bei einem Doppelbombenanschlag in der philippinischen Stadt Jolo sind mindestens zehn Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Darunter seien zahlreiche Soldaten, erklärte das Militär. Jolo liegt auf der gleichnamigen Insel im Sulu-Archipel, eine Inselgruppe im Süden der Philippinen, nahe der Nordostspitze der Insel Borneo.

Anschlag auf Soldaten

“Der Sprengstoff war auf einem Fahrzeug montiert und explodierte, als unsere Soldaten auf einer Marketing-Tour waren”, sagte der regionale Kommandant des Militärs, Corleto Vinluan. Eine Stunde später verübte eine Frau einen Selbstmordanschlag und tötete dabei sich und einen Soldaten: “Ein Soldat kontrollierte jemanden, als es eine weitere Explosion gab”, sagte Vinluan. Auf einem Markt wurde ein dritter Sprengsatz gefunden, der nicht detonierte.

Philippinen Bombenanschlag (picture alliance/AP Photo)

Nach den beiden Explosionen zeigt das Militär Präsenz in Jolo

In der vergangenen Woche hatten Militärangehörige gewarnt, dass der Chef der Islamistengruppe Abu Sayyaf, Mundi Sawadjaan, Anschläge zweier Selbstmordattentäterinnen plane. Die Armee versuchte, ihn in einer verdeckten Operation aufzuspüren und in Gewahrsam zu nehmen.

Kampf für muslimischen Staat

Die Insel Jolo gilt als Hochburg der Miliz, deren rund 300 Mitglieder für einen unabhängigen Moro-Staat im muslimisch geprägten Süden der mehrheitlich christlichen Philippinen kämpfen. Abu Sayyaf gehörte bis 1991 zur Islamischen Befreiungsfront der Moros (MILF), bevor sie sich abspalten. Anfangs wurde die Gruppe von dem damaligen Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden finanziert. Die USA betrachten sie seit 1997 als Terrororganisation. Ein 2014 geschlossenes Friedensabkommen zwischen der MILF und der philippinischen Regierung erkennt Abu Sayyaf nicht an und verübt in der Region weiter Anschläge.

Immer wieder gehen auch Entführungen auf das Konto der Abu Sayyaf – so 2016, als Milizionäre ein deutsches Paar entführten und ermordeten, das mit seiner Yacht in südphilippinischen Gewässern unterwegs war. In der Region wurden in den vergangenen Jahrzehnten bei Kämpfen mit militanten Rebellen rund 150.000 Menschen getötet.

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ehl/sti (ap, afp, dpa, rtr, Munzinger)




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