Tote bei Zusammenstößen in Myanmar | Aktuell Welt | DW

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Soldaten seien bereits am Freitag in die Gemeinde Depayin im Zentrum des Landes gekommen und hätten das Feuer auf eine Ansiedlung in der Nähe des Dschungels eröffnet, berichteten Anwohner. Die Aktion habe örtlichen Anti-Junta-Kämpfern gegolten.

„Sie haben auf jeden geschossen“

„Wir haben 26 Mal Artillerie-Feuer gehört“, sagte ein Dorfbewohner. Die Mitglieder der „Verteidigungseinheiten“ versuchten demnach zurückzuschlagen, hätten aber den Angriff nicht abwehren können. Unter den Toten sind nach Angaben eines Dorfbewohners auch Zivilisten. „Sie haben auf jeden geschossen, den sie gesehen haben.“

Myanmar I Militär steckt Dorf in Brand

Bereits Mitte Juni 2021 hatte das Militär das Dorf Kinma in Zentral-Myanmar in Brand gesteckt

Staatliche Medien berichten von einem Überfall auf eine Patrouille. Die Soldaten hätten einen Angriff „bewaffneter Terroristen“ abgewehrt, heißt es in der Zeitung „Global New Light of Myanmar“. Von toten Dorfbewohnern ist keine Rede.

Die Dorfbewohner hätten bis Samstag gewartet, um mit der Bergung der Leichen zu beginnen, sagte ein Mitglied der „Verteidigungseinheiten“. Ihm zufolge wurden insgesamt 25 Tote gefunden. „Den meisten von ihnen wurde in den Kopf geschossen.“

Kardinal Bo prangert die Gewalt an

Kardinal Charles Bo, Erzbischof von Yangon, hat die Lage in Myanmar angesichts der Gewalt durch die Militärjunta und der Corona-Pandemie angeprangert. „Überall explodiert der Hunger. Tausende sind zu Flüchtlingen im eigenen Land geworden, kämpfen im Dschungel um ihr Überleben. Jetzt infizieren sich jeden Tag Tausende mit dem tödlichen Virus“, sagte Bo in einem Gottesdienst im früheren Rangun.

Kardinal Charles Maung Bo aus Myanmar

„Unser Glaube wurde auf die Probe gestellt“, sagt Kardinal Bo aus Myanmar (Archivbild)

„Unser Volk ringt mit dieser Dunkelheit“, fügte er hinzu. Über die Zeit seit dem Militärputsch vom 1. Februar sagte der Kardinal: „In den vergangenen fünf Monaten wurde unser Glaube auf die Probe gestellt.“

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Tägliche Proteste

Das Militär hatte am 1. Februar in Myanmar wieder die Macht übernommen. Der Putsch beendete eine zehnjährige Phase des demokratischen Wandels in dem südostasiatischen Land. Die Junta sieht sich seitdem massiven Protesten gegenüber. Beim Vorgehen der Armee gegen Oppositionelle wurden nach Angaben von Beobachtern fast 890 Menschen getötet. Trotzdem kommt es noch immer täglich zu Protesten gegen die Militärführung.

In mehreren Gegenden Myanmars haben sich Zivilisten zu „Verteidigungseinheiten“ zusammengeschlossen, um gegen die Junta zu kämpfen. Oft verwenden sie dabei Jagdgewehre oder selbstgebaute Waffen aus Haushaltsgegenständen.

nob/rb (afp, rtr, kna)




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