Tote und Verletzte bei Zwischenfällen mit Migranten in Calais | Aktuell Europa | DW

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Die Zwischenfälle ereigneten sich alle in der nordfranzösischen Hafenstadt Calais, wie der Sender „France bleu“ berichtete. Zunächst fuhr ein Regionalzug in eine Gruppe von etwa 50 Migranten, die sich auf den Gleisen aufgehalten hatten. Dabei wurde eine Person getötet, drei weitere wurden verletzt.

Der regionale Transportbeigeordnete Franck Dhersin sprach auf Twitter von einer „dramatischen Bilanz“ bei der Kollision des Regionalzugs aus Dunkerque mit der Gruppe. Laut „France bleu“ wurde der unter Schock stehende Lokführer von der Feuerwehr betreut. Der Bahnbetreiber SNCF informierte am Donnerstagabend über einen Personenunfall, dessentwegen der Verkehr in beide Richtungen unterbrochen sei. Erst am Freitagmorgen könne der Verkehr wieder aufgenommen werden.

Calais, Frankreich | Polizei

Französische Polizisten patrouillieren am Strand bei Calais (Archiv)

Bootsflüchtlinge am Strand und im Wasser

An einem Strand in Wissant, einem kleinen Ort wenige Kilometer südlich von Calais, wurden außerdem ein toter und zwei unterkühlte Flüchtlinge neben einem mit Wasser vollgelaufenen Boot gefunden. Das berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise.

Am Vortag waren bei weiteren Bootsunglücken bereits ein Migrant gestorben und ein weiterer verschollen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung. Mehrere Boote seien gekentert, weil sie überladen gewesen seien, hieß es.

In den vergangenen Tagen wurden nach Behördenangaben mehr als 800 Menschen im Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien aus Seenot gerettet. Eine Person sei an Land für tot erklärt worden.

Frankreich I Migration in Calais

Migranten in Calais – viele wollen von hier aus nach Großbritannien übersetzen

Riskante Überfahrt, strengere Kontrollen

In Calais halten sich derzeit Hunderte Migranten auf, um von dort nach Großbritannien zu gelangen. Bis Ende August wurden in diesem Jahr bereits knapp 16.000 Migranten im Ärmelkanal gerettet – deutlich mehr als in vergangenen Jahren. Etwa 3500 von ihnen waren in Seenot geraten und wurden zurück nach Frankreich gebracht. Im gesamten Vorjahr waren es 9500 gewesen, 2018 waren es etwa 600.

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Die Migranten nutzen oft seeuntaugliche Boote und zahlen Schleppern hohe Preise für die Überfahrt nach England. Viele wollen nach England, weil sie die Sprache sprechen und dort bereits Bekannte oder Verwandte haben. Die Zahl der Flüchtlinge, welche die Überfahrt über den Ärmelkanal nach Großbritannien wagen, ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Ein Grund dafür ist die stärkere Überwachung der Routen via Fähre oder Tunnel. Die Überfahrt ist aufgrund des starken Schiffsverkehrs, tückischer Strömungen und des kalten Wassers riskant.

Der britischen Regierung, die nach dem Brexit ein neues, rigides Einwanderungssystem eingeführt hat, sind die illegal ankommenden Migranten ein Dorn im Auge. London und Paris verständigten sich kürzlich darauf, die Kontrollen an den Küsten zu verstärken.

mak/wa (afp, dpa)




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