Tote und Verletzte nach Erdbeben in Japan | Aktuell Asien | DW

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Nach dem starken Erdbeben im Osten Japans wird das Ausmaß der Zerstörung nach und nach sichtbar. Nach Behördenangaben kamen mindestens vier Menschen ums Leben. Ob die vier Todesfälle eine direkte Folge des Bebens der Stärke 7,4 seien werde noch geprüft, sagte Regierungssprecher Hirokazu Matsuno. 107 Menschen erlitten demnach Verletzungen. 

Beben vor der Küste von Fukushima

Das Beben hatte sich am Mittwoch um 23.36 Uhr Ortszeit vor der Küste von Fukushima ereignet. Nach Angaben der japanischen Wetterbehörde lag das Zentrum des Bebens in einer Tiefe von rund 60 Kilometern. Wenige Minuten zuvor hatte sich den Angaben zufolge in der selben Gegend ein Beben der Stärke 6,1 ereignet. 

Japan Erdbeben

Die Steinmauer des Schlosses Aoba-jo Stadt Sendai ist durch das Erdbeben eingestürzt

Durch die Erschütterungen entstanden tiefe Risse in Autobahnen, in Läden fielen Waren aus den Regalen. In der Stadt Sendai stürzte eine Steinmauer des Aoba-Schlosses ein. Nördlich von Fukushima entgleiste ein Shinkansen-Hochgeschwindigkeitszug, wie die Bahngesellschaft JR East mitteilte. Verletzt wurde dabei niemand. 75 Passagiere und drei Bahn-Mitarbeiter saßen aber vier Stunden lang fest, bevor sie den Zug verlassen konnten.

Wellen nur 30 Zentimeter hoch

Die Wetterbehörde hatte zunächst vor ein Meter hohen Flutwellen in den Präfekturen Fukushima und Miyagi gewarnt. Später teilte sie mit, in der Stadt Ishinomaki in Miyagi seien nur 30 Zentimeter hohe Wellen gemessen worden. Stunden später wurde die Tsunami-Warnung von den Behörden wieder aufgehoben.

Japan I Erdbeben

In dieser Wohnung in Fukushima hat das aktuelle Beben Einrichtungsgegenstände umgeworfen

Das Beben erschütterte auch die Hauptstadt Tokio. Rund zwei Millionen Haushalte waren nach Angaben des Energieversorgers Tepco in der östlichen Region Kanto zwischenzeitlich ohne Strom, darunter 700.000 allein in Tokio. Am Donnerstagmorgen waren laut Tepco noch rund 30.000 Haushalte in Miyagi und Fukushima von der Stromversorgung abgeschnitten. 4300 Haushalte hatten kein fließendes Wasser.

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Erinnerung an das verheerende Beben von 2011

Tepco überprüfte das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi, wo sich 2011 die Reaktorkatastrophe ereignet hatte, wie das Unternehmen auf Twitter mitteilte. Die Atomaufsichtsbehörde meldete wenig später, dass dort keine ungewöhnlichen Vorgänge festgestellt worden seien. Allerdings fielen kurzzeitig die Pumpen in Abklingbecken für verbrauchte Brennelemente in zwei anderen Atomkraftwerken in Fukushima und Onagawa aus, wie die Atomaufsicht weiter mitteilte. Sie hätten schnell wieder den Betrieb aufgenommen.

Ziemlich genau vor elf Jahren, am 11. März 2011, hatte ein Seebeben der Stärke 9,0 vor Japans Nordostküste und ein anschließender Tsunami die Reaktorkatastrophe in dem am Meer gelegenen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi ausgelöst. Etwa 18.500 Menschen starben damals oder gelten bis heute als vermisst, die meisten Opfer sind allerdings auf die bis zu 16,7 Meter hohen Flutwellen zurückzuführen. 

nob/ehl/hf/pg (dpa, rtr, ap, afp)




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