Trauer um Chanson-Ikone Juliette Gréco | Aktuell Kultur | DW

Trauer um Chanson-Ikone Juliette Gréco | Aktuell Kultur | DW

0 Von


Juliette Gréco hat mit ihrer dunklen Stimme die schönsten Lieder über Liebe und Leid ins Mikrofon gehaucht. Nun hat sich die Grande Dame des französischen Chansons im Alter von 93 Jahren von der Welt der Musik für immer verabschiedet. Die französische Sängerin starb in ihrem Haus in Ramatuelle
in Südfrankreich. Der Nachwelt hinterlässt sie Hunderte von Liedern und Interpretationen, darunter “Sous le ciel de Paris” oder “Deshabillez-moi”.

Mit Gréco ist nach Édith Piaf und Barbara die letzte große Chansonnette Frankreichs von der Bühne gegangen. Jahrzehntelang hat sie die Lieder der größten Chansonniers wie Jacques Brel und Brassens
interpretiert und die schönsten Texte von Schriftstellern wie Françoise Sagan, Jacques Prévert, François Mauriac und Albert Camus vorgetragen.

“Si tu t’imagines” oder “L’Éternel féminin” gehörten Ende der 1940er Jahre zu ihren großen Hits. Gréco wurde in den 50er und 60er Jahren dann mit Chansons wie “L’accordéon”, “La Javanaise” und “Déshabillez-moi” weltberühmt. 

Ein Philosoph entdeckte sie 

Entdeckt wurde die zierliche Frau mit der tiefen Stimme kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von dem Philosophen Jean-Paul Sartre, der sie in einem Pariser Kellerlokal traf und einen der ersten Liedtexte für sie schrieb. Die Interpretin wurde danach international mit ihren Chansons bekannt. Ab 1959 trat sie auch als eine der ersten Französinnen nach dem Krieg in Deutschland auf.

Chansonsängerin Juliette Greco 1927 - Versicherungsautomat (picture alliance/akg-images)

Juliette Gréco auf einem Foto aus dem Jahre 1956

Gréco war dreimal verheiratet. Aus erster Ehe mit dem Schauspieler Philippe Lemaire hatte sie eine Tochter. Geboren wurde Gréco am 7. Februar 1927 im französischen Montpellier. Ihre Kindheit verbrachte sie größtenteils bei der Großmutter und in einem Kloster, denn ihren Vater kannte sie kaum, und ihre Mutter war während des Zweiten Weltkrieges in den Widerstand getreten. Obwohl ihre Mutter und Schwester Opfer der Gestapo waren, trat sie als eine der ersten französischen Sängerinnen 1959 im Nachkriegsdeutschland auf.

Empfehlung:   Deutschland hilft dem Sudan mit 150 Millionen Euro | Aktuell Afrika | DW

Ein “Merci” ging auch nach Deutschland

Ihren Abschied von der Musikwelt hatte sie gut vorbereitet. Mit einer Tournee, die sie 2015 begann, bedankte sie sich bei ihren treuen Fans. Man müsse wissen, wann der Zeitpunkt gekommen sei, aufzuhören, sagte sie. Sie singe seit 65 Jahren, das sei ein langes Arbeitsleben. Ihre Abschiedstournee “Merci” hatte sie auch nach Deutschland geführt.

haz/MM (dpa, afp)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.