Trauer um Stararchitekt Richard Rogers | Aktuell Europa | DW

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Die einprägsamen Bauwerke von Richard Rogers waren modern, funktionell und kehrten oft das Innere nach außen. High-Tech heißt dieser Stil, der sich durch Glas- und Stahlstrukturen und freiliegende Rohrleitungen auszeichnet. Berühmtes Beispiel: das Centre Pompidou in Paris. Nun trauert die Architekturwelt um dessen Schöpfer, der als einer der erfolgreichsten und einflussreichsten Baumeister der Welt gilt.

Richard Rogers wurde am 23. Juli 1933 als Sohn einer anglo-italienischen Familie in der italienischen Stadt Florenz geboren. Seine Familie zog kurz vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nach England. Rogers studierte erst in London, dann mit Norman Foster in Yale. Die beiden gründeten 1963 mit den beiden Architektinnen Su Brumwell und Wendy Cheesman das sogenannte „Team 4“, woraus sich die britische High-Tech-Bewegung entwickelte.

Röhren, Glas und Edelstahl

Rogers begriff sich als moderner Funktionalist. Er entwickelte einen farbenfrohen, wiedererkennbaren, aber auch anpassungsfähigen Stil, bei dem er sowohl die Gebäudestruktur als auch die Infrastruktur als Designelemente einsetzte. So auch etwa bei dem röhrenförmigen Kulturzentrum Centre Pompidou (1971), das er gemeinsam mit Renzo Piano entwarf. Der Innenraum lässt sich maximal nutzen, da die Architekten das gesamte Versorgungssystem in künstlerische Elemente verwandelten.

Frankreich Paris | Architekt Richard Rogers vor dem Centre Pompidou

Architekt Rogers vor dem Centre Pompidou (2017): Versorgungssystem als künstlerisches Element

Nach seinem weltweiten Durchbruch in den siebziger Jahren entwarf er das Hauptquartier für den Versicherungsmarkt Lloyd’s of London; es folgten der Millennium Dome, der Terminal 5 des Flughafens Heathrow sowie das Leadenhall Building im Londoner Finanzbezirk mit dem Spitznamen „Cheesegrater“ (Käsereibe). Er war auch verantwortlich für Gebäude am Potsdamer Platz in Berlin.

Kurz vor seinem 85. Geburtstag schloss er in New York den Bau des Three World Trade Centers ab – ein 80-stöckiges Hochhaus auf dem Areal, wo einst die durch den Terroranschlag vom 11. September 2001 zerstörten Zwillingstürme standen. Auch dieser Wolkenkratzer wird – typisch für Rogers – von einem äußeren Verstrebungssystem aus reflektierendem Glas und Edelstahl zusammengehalten.

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Hoch gelobt und kritisiert

Im Jahr 1991 wurde Rogers zum Ritter geschlagen. 2007 erhielt er den Pritzker-Preis, die höchste Auszeichnung für Architektur. Die Jury lobte seine „einzigartige Interpretation der Faszination der modernen Bewegung für das Gebäude als Maschine“. Er habe Museen revolutioniert, indem er das, was einst elitäre Monumente gewesen seien, in populäre Orte des sozialen und kulturellen Austauschs verwandelt habe, die mit dem Herzen der Stadt verwoben seien.

Großbritannien London | Lloyds Building

Lloyds Building in London: „Gebäude als Maschine“

Das American Institute for Architects verlieh ihm 2019 für den Entwurf des Three World Trade Centers und für sein Lebenswerk den höchsten Architekturpreis der Vereinigten Staaten, die AIA-Goldmedaille. Rogers hatte auch Kritiker: Zu ihnen zählte laut BBC unter anderem Prinz Charles, der bei mehreren Gelegenheiten seine Abneigung gegen dessen Entwürfe zum Ausdruck gebracht habe.

Nun ist der britische Stararchitekt 88-jährig gestorben. Das berichteten verschiedene Medien unter Berufung auf die Familie und seinen Sprecher. Demnach starb Rogers am Samstagabend in aller Stille in seinem Haus in London. Die Todesursache wurde nicht genannt. Rogers hinterlässt seine Frau und vier Söhne.

AR/fab (dpa, afp)




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