Turkmenistan will das ″Tor zur Hölle″ schließen | Aktuell Asien | DW

Turkmenistan will das ″Tor zur Hölle″ schließen | Aktuell Asien | DW

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Einem seit fünf Jahrzehnten in Flammen stehenden Gaskrater soll nach dem Willen von Turkmenistans Machthaber endgültig der Schlund gestopft werden. In einer vom Staatsfernsehen übertragenen Rede wies Gurbanguli Berdimuchamedow die zuständigen Behörden an, einen Weg zu finden, um die Flammen im Derweze-Krater zu löschen.

Der inmitten der schwer zugänglichen Karakum-Wüste liegende Krater, der auch „Tor zur Hölle“ genannt wird, ist längst zu einer Touristenattraktion der abgeschiedenen ehemaligen Sowjetrepublik geworden. Er soll 1971 bei einem Bohrunfall sowjetischer Geologen entstanden sein. Sie bohrten in einen Hohlraum, die dünne Erddecke brach ein und es entstand ein 70 Meter breiter und 20 Meter tiefer Krater, aus dem große Mengen Methangas ausströmen.

Der Reichtum Turkmenistans

Um zu verhindern, dass sich die gefährlichen Dämpfe weiter ausbreiteten, beschlossen die Experten schließlich, das Gas zu verbrennen – in der Hoffnung, es sei nach wenigen Wochen verzehrt. Stattdessen entwickelte sich das Feuer jedoch zum Dauerbrenner und trotzte allen Löschversuchen. Für die Einheimischen wurde es schnell zum „Tor zur Hölle“, doch vor gut drei Jahren benannte Berdimuchamedow den Krater – ohne durchschlagenden Erfolg – in „das Leuchten von Karakum“ um.

Der Krater von Derweze in Turkmenistan

Der Krater von Deweze brennt und brennt und brennt – und konnte binnen 50 Jahren nicht gelöscht werden

Turkmenistan besitzt die viertgrößten Erdgasvorkommen der Welt und ist wirtschaftlich in hohem Maße von den Exporten seiner Energiereserven abhängig. Wohl auch deshalb sieht der autoritäre Staatschef den brennenden Krater inzwischen in einem schlechten Licht.

Entscheidung auch mit Blick auf Kasachstan?

Zum zweiten Mal seit 2010 ordnete der 64-Jährige nun das Ende des mutmaßlich menschengemachten Spektakels an. Es schade der Umwelt und den Menschen in der Region, sagte Berdimuchamedow. Zudem verliere das Land wertvolle natürliche Ressourcen, aus denen sich „beträchtliche Gewinne erzielen“ ließen. Diese könnten „zur Verbesserung des Wohlergehens unserer Bevölkerung“ eingesetzt werden.

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Tatsächlich geht es den Menschen in Turkmenistan noch schlechter als ihren direkten Nachbarn in Kasachstan.

rb/uh (AFP, AP)




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