Ukraine aktuell: Premier Johnson spricht von ″Barbarei″ | Aktuell Europa | DW

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Britischer Premier Boris Johnson wirft Putin „Barbarei“ vor
  • Ukrainischer Präsident ruft zu weltweiten Protestaktionen auf
  • NATO-Generalsekretär Stoltenberg will angeblich Amtszeit verlängern
  • EU-Außenbeauftragter: „In den nächsten 15 Tagen entscheidet sich alles“
  • USA und Großbritannien melden Erfolge der ukrainischen Armee

 

Der Ton wird rauer. Der britische Premierminister Boris Johnson beschuldigte den russischen Präsidenten Wladimir Putin der „Barbarei“. „Wladimir Putin hat schon die rote Linie hin zur Barbarei überschritten“, sagte Johnson bei seiner Ankunft zum NATO-Gipfel in Brüssel. Johnson sprach sich für weitere Sanktionen gegen Russland aus.

Großbritannien kündigte fast zeitgleich weitere Strafmaßnahmen gegen Russland und Belarus wegen des Kriegs in der Ukraine an. Vermögen von 59 russischen und sechs belarussische Staatsbürgern, Organisationen und Unternehmen würden eingefroren, erklärte die Regierung in London. Betroffen sind demnach die russische Söldnertruppe Wagner sowie unter anderen der Chef der russischen Sberbank und der Gründer der Bank Tinkoff. Auf der Liste steht auch Polina Kowalewa, die Tochter der mutmaßlichen Geliebten des russischen Außenministers Sergej Lawrow.

Stoltenberg will klares Wort von China

Die NATO fordert von China eine klare Positionierung gegen Russlands Angriff auf die Ukraine. „Wir fordern China auf, sich dem Rest der Welt anzuschließen und den russischen Einmarsch in die Ukraine klar zu verurteilen und keine politische Unterstützung zu leisten“, sagte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Rande des NATO-Sondergipfels zum Ukraine-Krieg in Brüssel. Dies schließe natürlich auch ein, keinerlei materielle Unterstützung für die Invasion in die Ukraine zu leisten.

Stoltenberg verlängert nach Informationen norwegischer Medien seine Amtszeit um ein Jahr. Das berichten der Sender TV2 und die Zeitung „Dagens Naeringsliv“. Stoltenbergs reguläre Amtszeit endet Ende September, er sollte danach Zentralbankchefs seines Landes werden. Hintergrund der Verlängerung, die formal die NATO-Staaten beschließen müssen, ist der russische Angriff auf die Ukraine.

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„In den nächsten 15 Tagen entscheidet sich alles“

Belgien Der Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik Josep Borrell

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell glaubt nicht an ernsthafte Verhandlungen Russlands (Archivbild)

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell wirft der russischen Regierung vor, vorerst nicht an ernsthaften Verhandlungen über eine Waffenruhe interessiert zu sein, weil das Militär seine Ziele in der Ukraine noch nicht erreicht habe. „Im Moment will Russland sich nicht hinsetzen und irgendetwas verhandeln“, sagte Borrell dem spanischen Sender TVE. Vielmehr wolle Russland mit Geländegewinnen den ukrainischen Zugang zum Meer kappen. „Es will erst ernsthaft verhandeln, wenn es sich eine Position der Stärke gesichert hat.“ Die EU werde der Ukraine weiterhin Militärhilfe leisten. „Das ist wichtig, weil sich in den nächsten 15 Tagen alles entscheidet.“

Ukraine meldet Zerstörung eines russischen Landungsschiffs

In der Südukraine ist es am Hafen der Stadt Berdjansk zu heftigen Explosionen gekommen. Die ukrainische Zeitung „Ukrajinska Prawda“ veröffentlichte auf ihrem Online-Portal Bilder, auf denen meterhohe Flammen und eine riesige Rauchsäule zu sehen sind. Laut ukrainischer Marine soll ein russisches Landungsschiff zerstört worden sein, wie die Agentur Unian meldete. Es soll zur Schwarzmeerflotte gehört haben.

Ukraine | Ukrainische Marine versenkt russisches Kriegsschiff Orsk im Hafen von Berdjansk

Das Foto der ukrainischen Marine soll die Versenkung des russischen Kriegsschiffs „Orsk“ im Hafen von Berdjansk zeigen

Von russischer Seite gab es zunächst keine Angaben, unabhängig überprüfen ließen sich die Berichte nicht. In sozialen Medien war zudem die Rede davon, dass ein Munitionsdepot und ein Treibstofftank in dem von russischen Kräften besetzten Hafen am Asowschen Meer zerstört worden seien. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt.

Selenskyj sendet dramatische Videobotschaft

In einer dramatischen Videobotschaft hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an die Welt gewandt und mehr Hilfe für sein Land im Kampf gegen Russland gefordert. „Kommt aus euren Büros, euren Häusern, euren Schulen und Universitäten, im Namen des Friedens, kommt mit ukrainischen Symbolen, um die Ukraine zu unterstützen, um die Freiheit zu unterstützen, um das Leben zu unterstützen“, sagte er. 

Ukraine | Wolodymyr Selenskyj in Kiew

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Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wendet sich am Morgen per Video an die Welt

Bei den Gipfeltreffen der NATO, der EU und der G7-Staaten in Brüssel werde man sehen, wer ein Freund und ein Partner der Ukraine sei, und wer das Land verraten und verkauft habe. Selenskyj forderte erneut eine Flugverbotszone und Kampfflugzeuge, was NATO-Staaten wie die USA und Deutschland allerdings bereits abgelehnt haben. 

Bereits am Mittwochabend hat Selenskyj für Donnerstag zu weltweiten Protesten gegen die russische Invasion in seinem Land aufgerufen. „Geht mit ukrainischen Symbolen auf die Straße, um die Ukraine zu verteidigen, um die Freiheit zu verteidigen, um das Leben zu verteidigen“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Am Donnerstag ist der russische Einmarsch im Nachbarland genau einen Monat her.

Russische Journalistin stirbt in Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist die russische Journalistin Oksana Baulina ums Leben gekommen. Sie sei unter Raketenbeschuss geraten, als sie eine redaktionelle Aufgabe wahrnahm, teilte ihr Arbeitgeber, die Investigativplattform The Insider (theins.ru) mit. Sie habe Zerstörungen im Bezirk Podil in Kiew gefilmt, als dieser unter erneuten Raketenbeschuss gekommen sei.

Journalistin Oksana Baulina bei Angriffen getötet

Investigativ-Reporterin Oksana Baulina wurde bei einem Raketenangriff auf Kiew getötet

Bei dem Zwischenfall kamen den Angaben zufolge ein weiterer Zivilist ums Leben, zwei Begleitpersonen wurden verletzt. In der Mitteilung hieß es weiter, Baulina sei vor ihrer Stelle bei The Insider für den Anti-Korruptionsfonds des inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalny tätig gewesen und in der Folge gezwungen gewesen, Russland zu verlassen. Sie sei daraufhin als Korrespondentin in die Ukraine gegangen und habe mehrere Berichte aus Lwiw (Lemberg) und Kiew erstellt.

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Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind nach Angaben der ukrainischen Journalistenvereinigung mindestens fünf Journalistinnen und Journalisten getötet worden.

WHO beklagt Schäden für das ukrainische Gesundheitssystem

Die Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen (WHO) hat die verheerenden Folgen des seit einem Monat andauernden Krieges auf das ukrainische Gesundheitssystem angeprangert. Millionen Menschen seien von dringend benötigten Behandlungen und medizinischer Versorgung abgeschnitten, warnte die WHO in Kopenhagen, dem Sitz ihres Regionalbüros für Europa.

Ukraine Mariopol | Zerstörung nach Russischen Angriff auf Krankenhaus

Blick in einen zerbombten Krankenhaustrakt in Mariupol

Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar sind demnach bis zum vergangenen Dienstag 64 militärische Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen registriert worden. Dabei seien 15 Menschen getötet und 37 weitere verletzt worden. Die Angriffe seien ein Bruch des humanitären Völkerrechts, vernichteten lebenswichtige Infrastruktur und zerstörten die Hoffnung vieler kranker Menschen, sagte Jarno Habicht, WHO-Repräsentant in der Ukraine.

Fast 1000 Krankenhäuser, Arztpraxen und andere Gesundheitseinrichtungen liegen den Angaben nach in Frontnähe oder in Gebieten, die von der angreifenden russischen Armee kontrolliert werden. Die Einrichtungen hätten die Behandlung chronischer Krankheiten praktisch eingestellt, erklärte die WHO. Ärzte und Personal in Kliniken in anderen Landesteilen müssten sich nun ausschließlich um Kriegsverletzte kümmern.




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