Ukraine aktuell: Putin-Rede wegen Hackerangriff verschoben | Aktuell Europa | DW

Ukraine aktuell: Putin-Rede wegen Hackerangriff verschoben | Aktuell Europa | DW

0 Von


 

Das Wichtigste in Kürze: 

  • Putin-Rede wegen Hackerangriff verschoben
  • EU-Kommission spricht sich für Ukraine als EU-Beitrittskandidat aus
  • Frankreich erhält kein russisches Gas mehr über Pipelines
  • Weiter erbitterte Kämpfe in Sjewjerodonezk
  • Kein Eurovision Song Contest in der Ukraine 

 

Wegen eines Hackerangriffs auf das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg verzögerte sich nach Kreml-Angaben die geplante Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Es habe eine Attacke auf das Einlasssystem gegeben, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Rede wurde demnach um eine Stunde nach hinten verlegt.

Der Auftritt Putins vor internationalem Publikum ist jedes Jahr der Höhepunkt des Wirtschaftstreffens, das in diesem Jahr zum 25. Mal abgehalten wird. Der Kreml hatte zuvor eine richtungsweisende Rede des Präsidenten angekündigt.

EU-Kommission spricht sich für Ukraine als EU-Beitrittskandidat aus

Die EU-Kommission plädiert dafür, der Ukraine den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen. „Ja, die Ukraine verdient den Kandidatenstatus“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel. Das Land sei bereit, für den „europäischen Traum“ zu sterben. Auch das Nachbarland Moldawien soll demnach Kandidat werden. Einstimmig entscheiden müssen dies die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer auf ihrem Gipfeltreffen Ende nächster Woche.

Brüssel EU Ukraine Ursula von der Leyen

Die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen

Für Georgien empfahl die Kommissionschefin vorerst nur eine „europäische Perspektive“ ohne offiziellen Kandidatenstatus.

Frankreich erhält kein Gas mehr über Pipelines

Frankreich erhält kein russisches Gas mehr über Pipelines. Wie der französische Netzbetreiber GRTgaz mitteilte, ist dies bereits seit Mittwoch der Fall und der „Unterbrechung des Gasflusses zwischen Frankreich und Deutschland“ geschuldet. Der russische Energiekonzern Gazprom drosselte auch die Lieferung von Erdgas an Italien. Das Unternehmen sagte dem Land für heute 50 Prozent der bestellten Liefermenge zu.

Robert Habeck

Empfehlung:   Polnische Region hebt Status als ″LGBT-freie Zone″ auf | Aktuell Europa | DW

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck

Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck spricht von einer ernsten Lage angesichts der russischen Drosselung der Erdgaslieferungen. Die Situation sei eine Kraftprobe zwischen den westlichen Alliierten und Präsident Wladimir Putin, sagt Habeck der ARD. Allerdings seien die Gasspeicher zu 56 Prozent gefüllt. „Das ist überdurchschnittlich gut.“ Trotzdem: „Wir können nicht mit 56 Prozent in den Winter gehen. Da müssen die voll sein. Sonst sind wir wirklich offen.“ Der Wirtschaftsminister rief Firmen und Bürger nochmals dazu auf, Energie zu sparen.

Erbitterte Kämpfe in der Region Luhansk

In der ostukrainischen Region Luhansk wird weiter erbittert um die Großstadt Sjewjerodonezk  gekämpft. Die russischen Truppen haben nach Einschätzung britischer Geheimdienst-Experten ihre Bemühungen fortgesetzt, den Ring um die Stadt von Süden zu schließen. „In den vergangenen 24 Stunden haben russische Kräfte wahrscheinlich weiterhin versucht, auf der Popasna-Achse die Oberhand zu bekommen, von der sie den Kessel von Sjewjerodonezk vom Süden her einkreisen wollen“, hieß es in dem täglichen Update zum Ukraine-Krieg auf der Webseite des britischen Verteidigungsministeriums.

Ukraine | Luftangriff in Lysychansk

Ukrainische Zivilisten und Sicherheitskräfte suchen nach Überlebenden nach einem Angriff in Lysychansk

Eine Rettung der 568 Zivilisten aus dem Chemiewerk in Sjewjerodonezk ist nach ukrainischen Angaben wegen anhaltendem Beschuss durch die russischen Truppen derzeit unmöglich. Es gebe schwere Kämpfe, teilte der Gouverneur der ostukrainischen Region Luhansk, Serhij Hajdaj, mit. Unter den Schutzsuchenden in den Bunkern der Anlage seien auch 38 Kinder.

Die Chemiefabrik liegt nach russischem Artillerie- und Raketenbeschuss offenbar fast vollständig in Trümmern. Zuletzt seien durch den Beschuss ein Gebäude und das Pförtnerhaus zerstört worden, heißt es von ukrainischer Seite. „Es gibt insgesamt auf dem Territorium des Chemiegiganten keine erhalten gebliebenen Verwaltungsgebäude mehr“, schreibt Hajdaj auf seinem Telegram-Kanal. 

Empfehlung:   Türkei hindert Griechenlands Außenminister am Weiterflug | Aktuell Europa | DW

Russisches Schiff bei Angriff schwer beschädigt

Im Schwarzen Meer hat das ukrainische Militär nach eigenen Angaben einen russischen Schlepper mit Raketen angegriffen und schwer beschädigt. Selbst das an Bord vorhandene Luftabwehrsystem habe den Angriff der ukrainischen Seestreitkräfte nicht abwehren können, teilte die ukrainische Marine in sozialen Netzwerken mit. Das 2017 in Dienst genommene Schiff habe Munition, Waffen und Soldaten zur seit Ende Februar von Russland besetzten Schlangeninsel bringen sollen. 

Der Militärgouverneur von Odessa, Maxym Martschenko, hatte anfänglich vom Einsatz westlicher „Harpoon“-Raketen geschrieben. Er änderte seinen Eintrag beim Kurzmitteilungsdienst Telegram später wieder. Schiffsabwehrraketen des Typs waren von Dänemark geliefert worden. Eine Bestätigung der russischen Flotte für den Angriff lag zunächst nicht vor.

Kein ESC in der Ukraine

Der nächste Eurovision Song Contest (ESC) findet wegen des russischen Angriffskriegs nicht beim diesjährigen Sieger Ukraine statt. Das teilte die Europäische Rundfunkunion in Genf mit. Stattdessen wolle man Gespräche mit der BBC führen, ob der ESC 2023 in Großbritannien ausgerichtet werden könne. Auch der Norddeutsche Rundfunk bestätigte die Entscheidung.

Ein „historischer Tag“

Nach dem Besuch von vier europäischen Spitzenpolitikern in Kiew hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj von einem „historischen Tag“ für sein Land gesprochen. „Die Ukraine hat die Unterstützung von vier mächtigen europäischen Staaten gespürt“, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Noch nie seit ihrer Unabhängigkeit sei die Ukraine so dicht an die Europäische Union herangerückt.

Bundeskanzler Olaf Scholz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Ministerpräsident Mario Draghi und Rumäniens Präsident Klaus Iohannis hatten am Donnerstag Kiew besucht. Scholz und Macron unterstützten während der Gespräche mit Selenskyj das EU-Beitrittsgesuch der Ukraine. 

Gerichtshof appelliert an Russland

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Russland aufgefordert, die Hinrichtung eines Marokkaners durch pro-russische Separatisten in der Ostukraine zu verhindern. Die Regierung in Moskau solle sicherstellen, dass die verhängte Todesstrafe „nicht vollzogen wird“, heißt es in einer Eilentscheidung des in Straßburg ansässigen Gerichts. Es kam damit einer Petition nach, die ein Rechtsvertreter des Marokkaners eingereicht hatte.

Empfehlung:   Mexiko stoppt die Energiewende | Aktuell Amerika | DW

Das höchste Gericht der selbsternannten „Volksrepublik Donezk“ hatte den Marokkaner sowie zwei Briten vor einer Woche zum Tode verurteilt. Das Gericht warf den drei Männern vor, als Söldner für die Ukraine gekämpft zu haben. Die Verurteilten bestreiten dies.

Die USA riefen den Kreml dazu auf, ausländische Kämpfer in der ukrainischen Armee, die sich in der Gewalt der russischen Armee befinden, gemäß den Genfer Konventionen als Kriegsgefangene zu behandeln. 

se/AL/nob/gri/jj/AR (dpa, afp, rtr) 

Dieser Artikel wird am Tag seines Erscheinens fortlaufend aktualisiert. Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.