Ukraine aktuell: Sjewjerodonezk weiter unter starkem Beschuss | Aktuell Europa | DW

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Sjewjerodonezk weiter unter starkem Beschuss
  • Ukraine spricht von massiven russischen Verlusten
  • Macron verspricht weitere Waffenlieferungen
  • Putin vergleicht sich mit Peter dem Großen

 

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet die Lage im Krieg gegen Russland als weiterhin schwierig. „Die Frontsituation über den Tag – ohne wesentliche Änderungen“, sagte Selenskyj in seiner täglichen Videobotschaft in Kiew.

Die strategisch wichtige Stadt Sjewjerodonezk, das benachbarte Lyssytschansk und andere Orte im Donbass, die die russischen Angreifer derzeit als Schlüsselziele im Osten ansähen, könnten sich wirksam verteidigen, erklärte der Präsident. „Wir bewegen uns allmählich in der Region Charkiw voran und befreien unser Land.“

Zur Lage im Süden der Ukraine sagte Selenskyj: „Wir haben eine gewisse positive Wirkung im Gebiet von Saporischschja, wo es möglich ist, die Pläne der Eindringlinge zu durchkreuzen.“ Auch in Richtung Mykolajiw halte die Verteidigung.

„Sie sterben wie die Fliegen“

Der Luhansker Gouverneur Serhij Hajdaj schreibt in seinem Telegram-Kanal, Sjewjerodonezk stehe weiter unter starkem Beschuss. Die russische Armee habe mit der Eisarena eines der Symbole der Stadt zerstört. „Sie haben das Gebäude mit Granaten beschossen“, postet Hajdaj gemeinsam mit einem Bild von schwelenden Ruinen des Gebäudes. Nach seinen Angaben beklagen die Angreifer jedoch wesentlich mehr Verluste als die Ukrainer. Die russische Armee habe die Überreste von Einheiten aus der Teilrepublik Burjatien im Fernen Osten Russlands abgezogen. „Sie sterben wie die Fliegen.“

Macron verspricht Waffen – und mehr

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat der Ukraine die Lieferung weiterer schwerer Waffen für ihren Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg zugesichert. In einem Telefonat mit Präsident Selenskyj erkundigte sich Macron nach den Bedürfnissen in Bezug auf militärische Ausrüstung, politische und finanzielle Unterstützung sowie humanitäre Hilfe.

Der ukrainische Präsident Selenskyj (rechts) empfing in Kiew seinen französischen Kollegen Macron wenige Tage vor dem russischen Angriff

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Der ukrainische Präsident Selenskyj (rechts) empfing seinen französischen Kollegen Macron kurz vor dem russischen Angriff

Frankreich hat der Ukraine bereits rund ein Dutzend „Caesar“-Haubitzen geliefert und ukrainische Soldaten in Frankreich in der Bedienung der Geschütze trainiert. Die auf Lastwagen montierten „Caesar“-Geschütze mit einem Kaliber von 155 Millimeter können Ziele bis auf eine Entfernung von 40 Kilometern präzise treffen. Außerdem stellte Frankreich Panzerabwehrraketen des Typs „Milan“ zur Verfügung. Frankreichs neue Außenministerin Catherine Colonna hatte bei einem Besuch in Kiew Ende Mai gesagt, auf die Forderung der Ukraine nach der Lieferung schwererer Geschütze werde es eine „konkrete Antwort“ geben.

Ukrainischer Botschafter fordert Klarheit bei Waffenlieferungen

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, weiß nach eigener Darstellung nicht, wann die jüngst von der Bundesregierung zugesagten Waffen geliefert werden. Es sei noch unklar, wann die Mehrfachraketenwerfer „Mars“ aus Beständen der Bundeswehr übergeben würden, sagte Melnyk der Berliner Zeitung „Tagesspiegel“. Dieses Waffensystem brauchten die ukrainischen Truppen am dringendsten. Man müsse die „enorme militärische Überlegenheit“ Russlands endlich brechen.

Die Luft-Luft-Rakete Iris-T des Industrie- und Rüstungskonzerns Diehl

Die Luft-Luft-Rakete Iris-T des Industrie- und Rüstungskonzerns Diehl

Zudem reiche eine Einheit des Luftabwehrsystems „Iris-T“ nicht aus. Die Ukraine brauche mittelfristig mindestens zehn weitere solche Systeme samt Munition, um ihre Verteidigungsfähigkeit zu stärken. „Das könnte zum Game-Changer werden. Es wäre ein Präzedenzfall, wenn Deutschland zum ersten Mal keine alten, sondern wirklich moderne schwere Waffen liefert.“

Zwei Bundesminister besuchen die Ukraine

Unterdessen hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor seinem Ukraine-Besuch an diesem Freitag deutsche Hilfe bei der Versorgung der vielen Schwerverletzten angeboten. Es gehe einerseits um Behandlungen in Deutschland, aber auch um die Versorgung Verletzter in dem kriegsgeplagten Land selbst, sagte er vor seiner Abreise im Deutschlandfunk. Lauterbach nannte konkret Hilfen für Menschen mit schweren Verbrennungen sowie für Menschen, die im Krieg Gliedmaßen verloren haben. Lauterbach folgt mit der Reise einer Einladung der Regierung in Kiew.

Landwirtschaftsminister Özdemir war am Donnerstag in Warschau vom polnischen Umweltminister Henryk Kowalczyk empfangen worden

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Landwirtschaftsminister Özdemir (links) am Donnerstag in Warschau mit dem polnischen Umweltminister Kowalczyk

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir war bereits am Donnerstag zu einem zweitägigen Besuch in die Ukraine gereist. In Kiew werde Özdemir seinen ukrainischen Amtskollegen Mykola Solskyj treffen, berichtet die „Rheinische Post“. Bei seinem Besuch gehe es ihm um die Anerkennung der ukrainischen Landwirte, sagte der Minister der Zeitung.  „Sie leisten Übermenschliches, indem sie ihr Land verteidigen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die Ukraine und die Welt mit Lebensmitteln versorgt werden.“

Die Ukraine im Lauf der europäischen Geschichte

Staatschef Selenskyj wirbt derweil unverdrossen für eine weitere Annäherung der Europäischen Union an sein Land. „Die meisten Europäer unterstützen die Integration der Ukraine. Und wenn die Europäer es unterstützen, sollten sich Politiker, die in einigen Ländern noch Zweifel haben, nicht den Menschen, der Gesellschaft und dem Lauf der europäischen Geschichte entgegenstellen“, appellierte der ukrainische Präsident.

Putin und Peter der Große

Russlands Präsident Wladimir Putin sieht Parallelen zwischen seiner Politik und jener Peters des Großen. Die Erfolge des Zaren im Großen Nordischen Krieg (1700-1721) und die schlussendliche Niederlage Schwedens führten zur Vormachtstellung im Ostseeraum und zum Aufstieg Russlands zur europäischen Großmacht.

Putin sagte nach dem Besuch der Ausstellung „Peter der Große: Geburt eines Reiches“ in Moskau, als der Zar St. Petersburg gegründet und zur russischen Hauptstadt ernannt habe, habe „keines der Länder in Europa dieses Gebiet als zu Russland gehörend anerkannt“. Dabei habe der Zar „gar nichts genommen – er hat es zurückgeholt“. Ein solches „Zurückholen“ sei auch heute Aufgabe der Verantwortlichen in Russland, führte der Kremlchef in offensichtlicher Anspielung auf die Offensive in der Ukraine aus.

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rb/ie (AFP, AP, dpa, epd, KNA, Reuters)

Dieser Artikel wird am Tag seines Erscheinens fortlaufend aktualisiert. Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.




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