UN: 400.000 Menschen in Tigray droht der Hungertod | Aktuell Afrika | DW

UN: 400.000 Menschen in Tigray droht der Hungertod | Aktuell Afrika | DW

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Hilfsorganisationen und die Vereinten Nationen (UN) schlagen Alarm: Mehr als 400.000 Menschen in Tigray sind vom Hungertod bedroht, wie der amtierende Chef des UN-Nothilfebüros Ocha, Ramesh Rajasingham, bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates deutlich machte. Weitere 1,8 Millionen Menschen stünden am Rande einer Hungersnot. 33.000 Kinder seien bereits schwer unterernährt.

In den vergangenen Wochen habe sich die humanitäre Situation in der Region im Norden Äthiopiens dramatisch verschlechtert. Rajasingham schilderte weiter, noch immer gebe es zwei Millionen Vertriebene. Insgesamt seien 5,2 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – die große Mehrheit von ihnen sind Frauen oder Kinder.

Vertriebene mit wenigem Hab und Gut vor einem Lager

Ein Bus bringt weitere Vertriebene zu einem Lager in Shire

Der Zugang der Hilfsorganisationen zur Krisenregion wird seit Monaten angesichts der kritischen Sicherheitslage, aufgrund bürokratischer Hürden sowie fehlendem Strom, Internet und kaum funktionierenden Telefonverbindungen erschwert. Zuletzt war eine wichtige Brücke nach Tigray zerstört worden.

Zerstörte Brücke am Tekeze-Fluss

Die zerstörte Brücke am Tekeze-Fluss in der Tigray-Region

Äthiopische Regierungstruppen hatten im November eine Offensive gegen die  Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) begonnen, die in der gleichnamigen Region an der Macht war. Vor den Kämpfen, in die sich dann noch das Nachbarland Eritrea einschaltete, flohen Hunderttausende Menschen. Kurz darauf erklärte Regierungschef Abiy Ahmed die TPLF für besiegt.

Doch auch Monate später gingen die Kämpfe weiter. Immer wieder gab es Berichte über Gewaltexzesse und zahlreiche zivile Opfer. Am Montag verkündete die Regierung in Addis Abeba dann eine Waffenruhe. Zuvor hatten die Aufständischen wieder die Kontrolle über die Regionalhauptstadt Mekelle übernommen. Eine Feuerpause lehnen sie ab.

Die UN riefen die TPLF-Kämpfer nun auf, ebenfalls die Waffen schweigen zu lassen. “Eine von allen Parteien eingehaltene Waffenruhe würde nicht nur die Bereitstellung von humanitärer Hilfe erleichtern, sondern wäre auch ein Ausgangspunkt für die notwendigen politischen Bemühungen, einen Weg aus der Krise zu finden”, sagte die stellvertretende UN-Generalsekretärin Rosemary DiCarlo in der Sicherheitsratssitzung.

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Das Treffen des Sicherheitsrats war von den USA, Irland und Großbritannien beantragt worden. Es war die erste öffentliche Sitzung des höchsten UN-Gremiums seit November. Zuvor hatten sich mehrere afrikanische Mitgliedstaaten widersetzt, die in dem Konflikt in Tigray eine innere Angelegenheit Äthiopiens sehen. Diese Ansicht vertreten auch die ständigen Sicherheitsratsmitglieder China und Russland.

se/AR (afp, ap, rtr, dpa) 




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