UN fordern von der Staatengemeinschaft weitere Hilfen für Afghanistan ein | Aktuell Welt | DW

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Zum Auftakt einer Afghanistan-Geberkonferenz hat der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, Filippo Grandi, zu mehr internationaler Hilfe für das zerrissene Land aufgerufen. Ohne Unterstützung von außen drohten weiteres Leid und Vertreibung in Afghanistan, erklärte Grandi in Genf. Allein in diesem Jahr seien innerhalb des Landes am Hindukusch nahezu 300.000 Menschen vor der Gewalt geflohen, knapp drei Millionen in den Jahren zuvor. Weitere neun Millionen Afghanen hätten durch die Corona-Krise ihre Lebensgrundlage verloren, so Grandi weiter. Sie alle benötigten “akute” humanitäre Unterstützung.

Das offizielle Logo der Geberkonferenz

Das offizielle Logo der Geberkonferenz

Auch die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, warnte, dass die steigende Gewalt in dem Land gestoppt werden müsse. Die Konfliktparteien müssten sich auf ein stabiles Friedensabkommen einigen, das die Zustimmung aller Afghanen brauche, verlangte Bachelet. Derzeit finden Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und den radikal-islamischen Taliban in der katarischen Hauptstadt Doha statt. Sie kommen allerdings nur schleppend voran. Kritiker warnen, ein übereilter Abzug der US-Soldaten werde die Aufständischen stärken und deren Verhandlungsbereitschaft sinken lassen. Die Taliban kontrollieren weite Gebiete in Afghanistan.

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet: Konfliktparteien müssen stabiles Friedensabkommen erzielen

Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet: Ein stabiles Friedensabkommen als Ziel

Ausgerichtet wird die zweitägige virtuelle Konferenz gemeinsam von den Vereinten Nationen, Afghanistan und Finnland. Rund 70 Länder sollen dabei neue Gelder zusagen. Geplant ist zudem, dass die Regierungen eine politische Deklaration über das Land am Hindukusch verabschieden. Auf der Afghanistan-Geberkonferenz in Brüssel 2016 sagten die Staaten 15,2 Milliarden Dollar für vier Jahre zu.

Bedrückende Zahlen von Save the Children

Caritas International warnte derweil, dass in diesem Winter in Afghanistan eine Hungerkatastrophe bevorstehe. Die Gewalt und die häufigen Wetterextreme wie Dürren und Überschwemmungen verhinderten, dass die Menschen von der Bewirtschaftung ihrer Felder leben können. Die Staatengemeinschaft müsse die Finanzmittel sinnvoll und friedensstiftend einsetzen, forderte Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes.

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Fast zeitgleich zur Eröffnung der Konferenz teilte die Hilfsorganisation Save the Children mit, dass in Afghanistan in den vergangenen Jahren im Durchschnitt täglich fast fünf Kinder und Jugendliche getötet oder verletzt worden seien. Insgesamt gut 26.000 Kinder unter 18 Jahren seien im Zeitraum von 2005 bis 2019 Opfer des Konflikts geworden. 

sti/se (afp, dpa, epd, kna)




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