UN fordern Waffenruhe in Berg-Karabach | Aktuell Europa | DW

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Seit Sonntag kämpfen Soldaten aus Armenien und Aserbaidschan in der von beiden Seiten beanspruchten Region Berg-Karabach gegeneinander. In einer Erklärung äußerte sich jetzt der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nach Beratungen hinter verschlossenen Türen besorgt über die Eskalation des Konflikts in der Unruheregion. “Die Mitglieder des Rates sprechen sich für die Forderung des UN-Generalsekretärs aus, die Kämpfe sofort einzustellen, die Spannungen abzubauen und unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren”, heißt es in der Erklärung des höchsten UN-Gremiums. Die Vereinten Nationen “verurteilen nachdrücklich die Anwendung von Gewalt”. 

Die Initiative für die Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates war von Deutschland und Frankreich ausgegangen und wurde von Belgien, Großbritannien und Estland unterstützt. Es gibt starke Befürchtungen, dass sich der Konflikt durch Interventionen ausländischer Mächte ausweiten könnte.

Aserbaidschan Konflikt um Berg-Karabach (Azerbaijan's Defense Ministry/dpa/picture-alliance)

Raketen Richtung Berg-Karabach, vom aserbaidschanischen Verteidigungsministerium veröffentlichtes Foto

Zuvor hatte UN-Generalsekretär Guterres ein sofortiges Ende der Kämpfe in Berg-Karabach gefordert – auch per Video-Telefonschalte mit jeweils dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Aliyev und dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan. Guterres forderte die sofortige Wiederaufnahme von Verhandlungen und die Wiederentsendung von OSZE-Beobachtern in die Region.

OSZE will baldmöglichst wieder Beobachter in Berg-Karabach einsetzen

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teilte mit, die Beobachter stünden bereit, sobald es die Lage in dem seit Tagen von Kämpfen erschütterten Gebiet wieder erlaube. In einer Mitteilung des OSZE-Sondergesandten für die Region, Andrzej Kasprzyk , heißt es, er stehe mit den Konfliktparteien in Kontakt.

Streit um Berg-Karabach schwelt seit Jahrzehnten

In dem Konflikt geht es um die von Armenien kontrollierte Region Berg-Karabach mit geschätzt rund 140.000 Einwohnern, die völkerrechtlich zum islamisch geprägten Aserbaidschan gehört. In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion verlor Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet. Es wird heute mehrheitlich von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 gilt eine brüchige Waffenruhe.

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Armenien baut auf Russland als Schutzmacht, das dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat. Das militärisch hochgerüstete Aserbaidschan kann auf die Türkei als Verbündeten setzen. Ankara stellte sich nach Ausbruch der jüngsten Kämpfe deutlich hinter Aserbaidschan und gab Armenien die Schuld an der Eskalation des Konflikts.

qu/cw (dpa, rtr, afp)




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