UN warnen vor immer mehr Waldbränden | Aktuell Welt | DW

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Extreme Waldbrände werden nach einem Bericht des UN-Umweltprogramm UNEP in Zukunft häufiger. „Selbst bei den ehrgeizigsten Anstrengungen zur Reduzierung der Treibhausgas-Emissionen wird der Planet eine dramatische Zunahme der Häufigkeit von Bedingungen erleben, die extreme Brände begünstigen“, heißt es in dem Bericht, den das UNEP in Nairobi in Kenia vorstellte.

Selbst für den Fall, dass die Erderwärmung in den kommenden Jahrzehnten auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden kann, gehen die Autoren von einer Zunahme besonders schwerer Brände um neun bis 14 Prozent bis zum Jahr 2030 aus. Bis 2050 rechnen sie mit einem Anstieg um 20 bis 33 Prozent. Bis zum Ende des Jahrhunderts sei mit 31 bis 52 Prozent mehr besonders schweren Bränden zu rechnen – ein Anstieg zwischen einem knappen Drittel und mehr als der Hälfte.

In dem Bericht geht es um besonders schwere Brände, die in der Theorie nur einmal alle hundert Jahre vorkommen. Die Wahrscheinlichkeit für weniger schwere Brände wurde nicht untersucht, nach Einschätzung der Autoren ist es aber „wahrscheinlich, dass die weniger extremen Episoden genauso zunehmen“.

Waldbrände verschlimmern Klimawandel

Zwar sei die Zunahme nicht ausschließlich auf die Erderwärmung zurückzuführen, heißt es in dem Bericht von mehr als 50 Expertinnen und Experten, der gemeinsam mit dem norwegischen Institut GRID-Arendal erstellt wurde. Aber längere Dürren, höhere Temperaturen und stärkere Winde erhöhten das Risiko solcher Brände. Zugleich werde der Klimawandel durch Waldbrände verschlimmert, weil kohlenstoffreiche Ökosysteme wie Regenwälder zerstört würden.

Schon jetzt richten extreme Brände dem Bericht zufolge große Schäden an: Der dabei entstehende Rauch schadet der Gesundheit, die Feuer führen zu Wasserverschmutzung und es werden Lebensräume zahlreicher Arten zerstört. Überdies verstärken Waldbrände den Klimawandel, weil sie mit den Wäldern wichtige CO2-Speicher zerstören.

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Mehr Geld für die Prävention gefordert

Die Autorinnen und Autoren des 124-seitigen Berichts warnen vor den Folgen für die Umwelt und die Bewohner in den betroffenen Gebieten. Bei den Waldbränden 2019/20 inAustralienseien fast drei Milliarden Säugetiere, Reptilien, Vögel und Amphibien getötet oder verletzt worden. Vor allem in ärmeren Ländern könnten die Kosten für den Wiederaufbau die verfügbaren Mittel übersteigen. Die Regierungen müssten mehr Geld in die Prävention und in den Klimaschutz investieren, forderte das UN-Programm.

„Auchin Deutschland wüten immer häufiger Waldbrände„, warnte die Wald-Expertin der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland, Susanne Winter. Um der Entwicklung etwas entgegenzusetzen, dass schwere Waldbrände in aller Welt „die neue Normalität“ würden, reiche Brandlöschung nicht aus. „Stattdessen müssen wir uns mit vollem Einsatz in den Kampf gegen die Klimakrise begeben und die bestehenden Wälder schützen“, forderte Winter.

kle/ml (afp, epd)




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