Unabhängiges Medienportal in Belarus gesperrt | Aktuell Europa | DW

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In Belarus haben staatliche Institutionen das wichtigste unabhängige Nachrichtenportal des Landes, die Website Tut.by, vom Netz genommen. “Der Mitbegründer von Tut.by, Kirill Woloschin, gibt bekannt, dass die Domain des Portals gesperrt wurde”, erklärte das Medium im Messengerdienst Telegram. Zuvor hatten die Ermittlungsbehörden die Redaktionsräume von Tut.by durchsucht.

Bealrus Tut.by Office

Blick in die Redaktionsräume von Tut.by in der Hauptstadt Minsk (Archivbild)

Die Nachrichtenagentur AFP meldet unter Berufung auf Chefredakteurin Marina Solotowa, auch zu Wohnungen mehrerer Journalisten hätten sich Fahnder Zugang verschafft, um nach Beweismaterial zu suchen. Die Abteilung für Finanzermittlung des staatlichen Kontrollkomitees bestätigte die Razzien bei Tut.by sowie bei Hoster.by, einem Unternehmen, das Speicherplatz für Websites bereitstellt.

Infolge von Protesten gegen den autoritär regierenden belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko gerieten zuletzt mehrere Medienvertreter ins Visier der Ermittler. Tut.by-Mitarbeiterin Katerina Borisevich erhielt im März eine sechsmonatige Gefängnisstrafe. In der vergangenen Woche wurden zwei Reporter, die über einen Prozess gegen den Oppositionspolitiker Pawel Sewjarynez berichtet hatten, ebenfalls zu einer Haftstrafe verurteilt. Einer von ihnen ist der freie Journalist Alexander Burakov, der für die DW arbeitet. Erst am Montag wurde ein Mitarbeiter von Tut.by wegen “Teilnahme an einer nicht genehmigten Massenveranstaltung” schuldig gesprochen. Er muss für 15 Tage ins Gefängnis.

Belarus Journalistin Katerina Borisevich im Gerichtssaal in Minsk

Die Journalistin Katerina Borisevich wurde im März zu sechs Monaten Haft verurteilt (Archivbild)

In Belarus gibt es seit der von massiven Betrugsvorwürfen begleiteten Präsidentschaftswahl vom August 2020 immer wieder Großdemonstrationen gegen Lukaschenko. Die Bewegung verlor allerdings zuletzt an Zulauf – ein Grund dafür ist das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten.

jj/sti (afp, rtr)

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