UNICEF warnt vor Hungerkatastrophe in Tigray | Aktuell Afrika | DW

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Wenn humanitären Helfern nicht ermöglicht werde, ihre Hilfsaktionen auszuweiten, seien etwa 33.000 schwer unterernährte Kinder in besonders unzugänglichen Regionen Tigrays in Lebensgefahr, sagte UNICEF-Sprecher James Elder. Die Mädchen und Jungen lebten in Gebieten, in die keine Hilfslieferungen gelangen, sagte der Sprecher. Besorgt über die humanitäre Lage hatten sich in den vergangenen Wochen auch UN-Generalsekretär António Guterres und mehrere UN-Hilfsorganisationen geäußert.

Die äthiopische Armee hatte im November eine Offensive gegen die tigreische Volksbefreiungsfront TPLF begonnen, die die Macht in der abtrünnigen Provinz innehat. Tausende Menschen wurden getötet. Menschenrechtsorganisationen werfen beiden Parteien schwere Verbrechen vor. Seither sind die mehr als fünf Millionen Einwohner der Region fast vollständig vom Rest der Welt abgeschnitten, der Zugang für Hilfsorganisation ist in vielen Gebieten stark eingeschränkt. Die Konfliktparteien riegeln bestimmte Gebiete ab oder bauen hohe bürokratische Hürden auf, um die Einreise von Helferinnen und Helfern zu verhindern.

Nothilfekoordinator schlägt Alarm

Nach Angaben der Vereinten Nationen sind inzwischen mehr als 90 Prozent der Menschen in Tigray dringend auf Nahrungsmittelhilfen angewiesen. Erst am Donnerstag hatte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock vor einer Hungersnot in Tigray gewarnt. Schon jetzt seien 350.000 Menschen von akutem Hunger betroffen. Die Situation könne sich zur “weltweit schlimmsten Hungersnot seit einem Jahrzehnt ausweiten”. Offiziell haben die Vereinten Nationen die Situation in Äthiopien bisher noch nicht zur Hungersnot hochgestuft: Dies geschieht erst, wenn mehr als 20 Prozent der Bevölkerung einer Region vom Hungertod bedroht sind.

In einer gemeinsamen Erklärung mit den USA rief die Europäische Union alle Konfliktparteien zu einem sofortigen Waffenstillstand auf. Humanitären Hilfsorganisationen solle sofort sicherer Zugang zu allen Teilen Tigrays gewährt werden, um eine Hungerkatastrophe zu vermeiden, hieß es weiter. 

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Regierung bestreitet Hungersnot

Die äthiopische Regierung, eine der Kriegsparteien in Tigray, wies die Darstellung der humanitären Organisationen zurück. Ihrer Auffassung nach gibt es in Tigray keine Hungerkatastrophe. Die Lieferung von Nahrungsmittelhilfe reiche aus, die Hilfsorganisationen übertrieben den Ernst der Lage, heißt es in Addis Abeba.

Aus den umkämpften Gebieten sind seit November hunderttausende Menschen geflohen, unter anderem in den benachbarten Sudan. Viele weitere harren in Tigray selbst in informellen Flüchtlingslagern aus. Im Zuge des Konfliktes waren auch Soldaten aus dem Nachbarland Eritrea einmarschiert, denen Massaker an der Zivilbevölkerung und sexuelle Gewalt gegen Frauen vorgeworfen werden.

kle/ehl (afp, epd, dpa, kna)




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