Unmenschliche Zustände für Kinder in Al-Hol und Roj | Aktuell Nahost | DW

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Viele Kinder in Al-Hol und Roj fürchteten um ihr Leben, heißt es in einem neuen Bericht der Menschenrechtorganisation Save the Children. Das Überleben für die rund 40.000 Kinder aus über 60 verschiedenen Ländern in den beiden Lagern im Nordosten Syriens sei ein täglicher Kampf. Sie seien durch Unterernährung, vermeidbare Krankheiten sowie eine schlechte Wasser- und Sanitärversorgung gefährdet. Die meisten Kinder haben demnach auch keinen Zugang zu Bildung.

Zudem sei Gewalt an der Tagesordnung: Morde, Mordversuche, Überfälle und vorsätzliche Brandstiftung seien häufige Vorfälle. Allein in diesem Jahr seien in den beiden Lagern für die Familien von gefangenen Kämpfern der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) bisher 62 Kinder an Gewalt, Krankheiten und Unfällen gestorben.

Sauberes Trinkwaasser, eines der großen Probleme in den Lagern im Norden Syirens

Sauberes Trinkwaasser, eines der großen Probleme in den Lagern im Norden Syirens

Westlichen Ländern wie den EU-Mitgliedstaaten, Großbritannien, Kanada und Australien warf die Organisation vor, sie hätten es versäumt, minderjährige Staatsangehörige aus den Lagern zurückzuholen. „Was wir hier sehen, ist, dass die Regierungen die Kinder, die in erster Linie Opfer des Konflikts sind, einfach im Stich lassen“, sagte Sonia Khush, Leiterin der Syrienhilfe von Save the Children.

Derzeit kaum noch Rückholaktionen für Kinder

So habe Frankreich von mindestens 320 Kindern mit französischer Staatsbürgerschaft erst 35 evakuiert, Großbritannien habe erst vier der etwa 60 britischen Heranwachsenden zurückgeholt. Insgesamt seien seit dem Jahr 2017 etwa 1163 Kinder in ihre Heimat zurückgebracht worden. Zuletzt hätten die Rückführungen aber stagniert.

Kinder zwischen Zelten

Etwa zwei Drittel der in den Lagern Al-Hol und Roj lebenden Menschen sind Kinder

In den abgelegenen Lagern, die von kurdischen Streitkräften verwaltet werden, sind die Familien von Männern untergebracht, die wegen mutmaßlicher Verbindungen zum IS inhaftiert sind. Die Camps beherbergen jedoch auch viele Familien, die vor der Eroberung ihrer Heimat im Irak und in Syrien durch die Islamisten geflohen sind. Einige von ihnen leben schon seit mehr als vier Jahren dort.

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Die elfjährige Maryam hat Mitarbeitern von Save the Children im Mai gesagt, „ich kann dieses Leben nicht mehr ertragen, wir tun nichts, außer zu warten“. Das libanesische Mädchen ist mittlerweile nach Angaben der Organisation tot. Es kam demnach bei einem gescheiterten Fluchtversuch in einem Wassertransporter ums Leben. Seine Mutter wurde verletzt, der Bruder wird vermisst.

In den beiden Lagern im Nordosten Syriens leben nach UN-Angaben insgesamt mehr als 60.000 Menschen.

qu/fab (afp, epd, kna)




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