US-Abgeordnete sorgen sich um afghanische Helfer | Aktuell Amerika | DW

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Ähnlich wie in Deutschland mehren sich auch in den USA die Sorgen über das Schicksal tausender afghanischer Helfer der Alliierten nach dem Abzug der ausländischen Soldaten vom Hindukusch. Kongress-Abgeordnete riefen die Regierung von Präsident Joe Biden dazu auf, alle einheimischen Mitarbeiter der US-Truppen aus Afghanistan herauszuholen, da mit Racheakten der radikalislamischen Taliban zu rechnen sei.

18.000 Afghanen waren auf US-Visa

Etwa 18.000 afghanische Dolmetscher, Kommandosoldaten und andere, die die US-Streitkräfte unterstützt haben, warten derzeit auf eine Entscheidung über die Vergabe von Visa für die Ausreise in die Vereinigten Staaten. Bis alle Papiere bearbeitet sind, könnten nach Einschätzung von US-Parlamentariern mehr als zwei Jahre vergehen.

“Wir können nicht zulassen, dass Kabul ein weiteres Saigon wird”, mahnte der republikanische Vorsitzende im Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses, Michael McCaul. Er bezog sich dabei auf die zahllosen Hubschrauber-Evakuierungsaktionen der amerikanischen Streitkräfte zum Ende des Vietnamkriegs. Das mit den USA verbündete Südvietnam fiel am 30. April 1975.

USA I Michael McCaul

Michael McCaul befürchtet Racheakte der Taliban an einheimischen Helfern der ausländischen Truppen

McCaul regte an, Afghanen mit ausstehenden Visa-Anträgen zunächst in ein Drittland wie Bahrain, Kuwait oder die Vereinigten Arabischen Emirate zu fliegen. Er und der Abgeordnete Gregory Meeks, der demokratische Vorsitzende des Komitees, hatten zuvor US-Außenminister Antony Blinken in einem Schreiben auf die “moralische Verpflichtung” der USA hingewiesen, die Bearbeitung der Anträge zu beschleunigen. Der Abgeordnete Brian Mast drückte seine Sorgen deutlich unverblümter aus: “Keiner von uns möchte sehen, dass einer dieser Personen, die mit uns zusammengearbeitet haben, im Internet geköpft wird.”

Im Rahmen eines Programms, das vor mehr als einem Jahrzehnt ins Leben gerufen worden war, haben die USA 26.500 Einwanderungsvisa für afghanische Dolmetscher und andere Spezialkräfte genehmigt. Doch nur 16.000 Visa wurden bislang ausgestellt, 18.000 Anträge sind noch nicht bearbeitet.

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Präsident Biden hat einen vollständigen US-Truppenabzug aus Afghanistan bis spätestens 11. September angekündigt. Zuletzt wurde aber auch verstärkt der 4. Juli, der amerikanische Unabhängigkeitstag, als Termin genannt.

Afghanische Soldaten werden von der Bundeswehr an Waffen ausgebildet

Afghanische Soldaten werden von der Bundeswehr bei Kundus an Waffen ausgebildet (Archivbild)

Der Rückzug der NATO-Verbände läuft seit Ende April. Die Taliban intensivierten zuletzt ihre Angriffe. Auch die deutschen Soldaten wappnen sich gegen mögliche Attacken, wie der Kommandeur des Camps im nordafghanischen Masar-i-Scharif, General Ansgar Meyer, der Nachrichtenagentur Reuters sagte. Derzeit tun in dem Feldlager noch rund 1000 Bundeswehrsoldaten Dienst.

se/AR (afp, ap, rtr) 




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