US-Geheimdienste sind bei Corona-Ursprung uneinig | Aktuell Welt | DW

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Die US-Geheimdienste sind sich nach mehrmonatiger Prüfung weiter uneinig über den Ursprung des Coronavirus. Ob das Virus aus einem Labor stamme oder von einem Tier auf den Menschen übergesprungen sei, bleibe offen, hieß es in einem veröffentlichten Bericht. Beides seien “plausible Hypothesen”. “Wir kommen zu dem Schluss, dass das Virus nicht als biologische Waffe entwickelt wurde”, hieß es weiter. Konsens gebe es auch darüber, dass die chinesischen Behörden vor dem ersten Ausbruch von COVID-19 keine Kenntnis von dem Virus gehabt hätten.

Vier Geheimdienste vermuten, dass das Coronavirus vom Tier auf den Menschen übertragen worden sei – allerdings mit niedriger Sicherheit. Zwei andere Geheimdienste  sprachen sich mit “moderatem Vertrauen” dafür aus, dass der Ursprung des Virus mit einem Laborvorfall zusammenhängen könnte. Weitere Mitglieder der Geheimdienste hingegen konnten keine der beiden Theorien ausschließen. Die meisten Geheimdienste gehen auch nicht davon aus, dass das Virus durch Genmanipulation entstand – auch wenn zwei Dienste sich diesem Urteil nicht anschließen wollten, weil die Sachlage nicht ausreichend eindeutig sei.

China Wuhan Labor testet auf Coronavirus

Ob das Virus im Labor entstanden ist, lässt sich nicht eindeutig klären

Kritik an China wegen mangelnder Kooperation

Wenn keine weiteren Informationen zur Verfügung gestellt würden, sei eine genauere Schlussfolgerung nicht möglich, hieß es weiter in dem Papier. Dafür brauche man vor allem die Unterstützung Chinas. “Peking behindert jedoch weiterhin die globalen Ermittlungen, weigert sich, Informationen auszutauschen und beschuldigt andere Länder, darunter auch die Vereinigten Staaten.”

Die chinesische Botschaft in Washington wies Vorwürfe erneut zurück, Peking halte Informationen über das Coronavirus unter Verschluss. Der Bericht der US-Geheimdienste zeige einmal mehr die Entschlossenheit Washingtons, “den falschen Weg der politischen Manipulation” fortzusetzen, erklärte sie. Ziel des Berichts sei es, die Volksrepublik als “Sündenbock” abzustempeln.

China Wuhan City mit Marktplatz

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Ob das Virus vom Tier auf den Menschen übertragen worden ist, wie hier auf dem Markt von Wuhan, bleibt unklar

Biden: Die Welt verdient Antworten

US-Präsident Joe Biden hatte im Mai amerikanische Geheimdienste damit beauftragt, dem Ursprung der Corona-Pandemie auf den Grund zu gehen. Er hatte diese damals angewiesen, binnen 90 Tagen einen weiteren Bericht dazu vorzulegen. In einem ersten Bericht waren die Geheimdienste bereits zu unterschiedlichen Einschätzungen gekommen. Das Dokument wurde diese Woche in einer geheimen Fassung dem Weißen Haus vorgelegt. Freigegeben wurde nun eine für die Öffentlichkeit bestimmte redigierte Zusammenfassung. “Die Welt verdient Antworten, und ich werde nicht ruhen, bis wir sie bekommen”, reagierte Biden auf den neuesten Bericht. Daher werde man China auch weiter dazu drängen, entsprechende Informationen bereitzustellen.

Corona-Virus trat erstmals in Wuhan auf

Die Corona-Pandemie, der mittlerweile weltweit rund 4,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind, hatte Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan ihren Ausgang genommen. Schon bald war darüber spekuliert worden, dass das Virus bei einem Unfall aus dem Institut für Virologie in Wuhan entwichen sein könnte, in dem an Coronaviren geforscht wird. Die chinesische Regierung bestreitet dies energisch.

Erst im Januar dieses Jahres konnte ein Team internationaler Experten im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Wuhan besuchen – mehr als ein Jahr nach Entdeckung des Virus. Ihr Bericht wurde Ende März veröffentlicht, lieferte aber keine klaren Ergebnisse. Die sogenannte Labor-Theorie stuften die WHO-Experten als “extrem unwahrscheinlich” ein.

China | Coronavirus | WHO Experten in Wuhan

WHO-Experten in Wuhan im Januar 2020

An der Untersuchung und dem Bericht wurden aber schnell Zweifel laut. Viele Länder äußerten Besorgnis darüber, dass den internationalen Experten bei ihrer Untersuchung in China Zugang zu wichtigen Daten verwehrt worden sei.

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Bidens Vorgänger Donald Trump war ein großer Verfechter der Labor-Theorie. Kritikern zufolge wollte er damit aber hauptsächlich vom eigenen Versagen in der Pandemie ablenken.

as/se (dpa, afp) 




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