US-Präsident Biden: ″Wir werden euch jagen″ | Aktuell Amerika | DW

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Sichtlich ergriffen trat Joe Biden an das Rednerpult im Weißen Haus. Zu Beginn seiner etwa halbstündigen Ansprache würdigte der US-Präsident die Opfer der jüngsten Anschläge am Flughafen von Kabul. Die 13 Soldaten seien im Dienst der Freiheit und der Sicherheit gestorben. Sie seien, wie alle ihre Kameraden, die für die USA im Einsatz sind, “das Rückgrat Amerikas”.

Anschließend wandte er sich mitfühlend an die Angehörigen der Opfer: Er wisse seit dem Tod seines Sohnes, der nach einem Einsatz im Irak an Krebs erkrankt und gestorben war, dass der Verlust eines geliebten Menschen sich anfühle, als werde man in ein tiefes, schwarzes Loch gezogen. Die Gefallenen seien “Helden” gewesen.

“Nicht vergessen. Nicht vergeben.”

Als Verantwortliche für die Anschläge, bei denen außerdem auch mindestens 60 Zivilisten getötet und mindestens 140 Menschen verletzt wurden, nannte Biden den afghanischen Ableger der Dschihadistenmiliz “Islamischer Staat”, IS-K. Das K steht für “Khorasan”, eine historische Region in Zentralasien, die auch Afghanistan umfasst. Mit den Taliban sind sie verfeindet, weil diese ihrer Ansicht nach “Verräter” sind, die mit westlichen Mächten Abkommen geschlossen haben.

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An die Hintermänner der Anschläge von Kabul gerichtet, sagte Biden: “Wir werden nicht vergessen. Wir werden nicht vergeben. Wir werden euch jagen, bis wir euch haben. Und dann werdet ihr dafür bezahlen.”

Er habe seine Kommandeure angewiesen, Stellungen des IS-K anzugreifen und sei im Austausch mit seinen Militärs, welche weiteren Optionen es gebe, auf die Attentate zu antworten, so Biden.

Evakuierungsmission wird fortgesetzt

Zugleich bekannte sich der US-Präsident dazu, die Evakuierungsmission wie geplant bis zum kommenden Dienstag fortzusetzen. “Wir lassen uns nicht von Terroristen stoppen”, sagte er. Es sei klar gewesen, dass der Einsatz gefährlich werden würde. “Deshalb habe ich auch darauf bestanden, ihn zeitlich klar zu begrenzen”, betonte Biden.

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Auf die Frage, ob es ein Fehler gewesen sei, den Taliban die Sicherung des Flughafens zu übertragen – und überhaupt mit ihnen zu verhandeln -, sagte Biden, die Taliban seien “definitiv keine guten Kerle”, die USA vertrauten ihnen nicht. Aber man vertraue darauf, dass die Taliban ein eigenes Interesse daran hätten, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten. Und deshalb glaube er, dass die Taliban auch nach dem Abzug der amerikanischen Truppen bei der Evakuierung von weiteren US-Bürgern und früheren afghanischen Ortskräften helfen würden. Gleichwohl sei es unmöglich, tatsächlich alle Ausreisewilligen außer Landes zu bringen, dämpfte Biden zu hohe Erwartungen an den weiteren Verlauf der Mission.

mak/wa (dpa, rtr, cnn-livestream)




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