USA erlauben wieder Impfungen mit Johnson & Johnson | Aktuell Amerika | DW

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Die Arzneimittelbehörde FDA und die Gesundheitsbehörde CDC in den Vereinigten Staaten sind sich einig: Sie haben grünes Licht für die erneuten Verwendung des Corona-Impfstoffs Janssen des US-Konzerns Johnson & Johnson (J&J) gegeben. Das Vakzin solle wieder verimpft werden, erklärten die beiden Behörden in Washington gemeinsam kurz nach der entsprechenden Empfehlung einer Expertenkommission. Der Nutzen des Mittels überwiege die Risiken, hieß es zur Begründung.

Wegen mehrerer Fälle von Blutgerinnseln bei Geimpften hatten die US-Behörden die Impfungen mit dem J&J-Vakzin am 13. April ausgesetzt. Dies sei aus einem “Übermaß an Vorsicht” geraten worden, hieß es. Die CDC beauftragte daraufhin die Expertenkommission, die Sicherheit des Impfstoffs zu überprüfen. Diese empfahl nun den Einsatz des Impfstoffs auf der Grundlage der Notzulassung durch die FDA zur Anwendung bei allen Erwachsenen ab 18 Jahren.

Belgien Ursula von der Leyen bei Pfizer in Puurs

Ursula von der Leyen bei Besuch bei Pfizer in Puurs

Nutzen überwiegt Risiken

Der Corona-Impfstoff ist auch in der Europäischen Union bereits seit März zugelassen; er wurde dort aber noch nicht verabreicht. Nach einer Prüfung der Blutgerinnsel-Fälle, die in den USA im Zusammenhang mit dem Vakzin aufgetreten waren, erklärte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) in dieser Woche, an ihrer Empfehlung für Janssen festzuhalten. Der Nutzen des Vakzins überwiege die Risiken, begründete die Behörde die Entscheidung.

Weltspiegel 18.03.2021 | Corona | EMA in Amsterdam, Niederlande

Auch sie setzt auf den US-Impfstoff: die EMA in Amsterdam

Nach Angaben der EMA hatten bis zum 13. April mehr als sieben Millionen US-Bürger den Impfstoff erhalten. In acht Fällen traten demnach im Nachgang der Impfung schwere Fälle von Blutgerinnseln auf, von denen einer tödlich endete. Der Vektorvirenimpfstoff von Johnson & Johnson hat den Vorteil, dass er leicht lagerbar ist und nur eine Dosis zur Immunisierung notwendig ist.

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Weltgrößter Impfstoff-Vertrag  

Unterdessen wurde bekannt, dass die Europäische Union sich weitere bis zu 1,8 Milliarden Dosen des Corona-Impfstoffs der Hersteller BioNTech und Pfizer sichern und damit den weltgrößten Impfstoffvertrag abschließen will. Man arbeite an einem neuen Vertrag, eine Vereinbarung dazu sei für die kommenden Tage geplant, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beim Besuch des Pfizer-Werks im belgischen Puurs. Mit dieser Menge könnten die 450 Millionen EU-Bürger über zwei Jahre hinweg geimpft werden. Die Impfdosen aus dem Vertrag soll im Zeitraum zwischen 2021 und 2023 geliefert werden. Damit sichere sich die EU Mengen für Auffrischungsimpfungen und gegen Mutationen, so von der Leyen. Zudem solle der Impfstoff für Kinder und Teenager nutzbar sein.

Für die EU ist es der dritte besiegelte Vertrag mit den beiden Partnerunternehmen. Es ist zudem der weltgrößte Impfstoff-Liefervertrag. Im Rahmen von zwei früheren Verträgen hat die Saatengemeinschaft schon 600 Millionen Impfdosen von BioNTech/Pfizer bestellt.

Herdenimmunität schon im Juli?

Von der Leyen zeigte sich zudem zuversichtlich, “dass wir 70 Prozent der europäischen erwachsenen Bevölkerung bereits im Juli geimpft haben”. Bisher hatte die EU-Behörde dies bis Ende September angestrebt. In der EU hatten die Impfungen gegen das Coronavirus Ende Dezember begonnen. Die Impfkampagne wurde dann aber durch massive Lieferengpässe ausgebremst, insbesondere beim britisch-schwedischen Hersteller AstraZeneca.

Die Kommissionspräsidentin betonte nun, dank “verlässlicher Partner” wie dem Anbieter BioNTech/Pfizer sei es möglich gewesen, aufzuholen und die Impfungen zu beschleunigen. Mit dieser Woche werde die EU die Marke von 150 Millionen ausgelieferten Dosen überschreiten. Inzwischen hätten 123 Millionen Menschen in der EU eine Impfung erhalten. Die EU-Kommission setzt für die Zukunft nun vornehmlich auf BioNTech/Pfizer und seinen neuartigen mRNA-Impfstoff.

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Von der Leyen bezeichnete es als “gute Nachricht”, dass die EU-Arzneimittelbehörde am Freitag eine weitere Kapazitätserhöhung des BioNTech/Pfizer-Werks in Puurs um 20 Prozent genehmigte. Pfizer-Chef Albert Bourla verwies zudem auf deutliche Produktionsverbesserungen. Der Prozess zur Herstellung des Impfstoffes dauere nun statt anfangs 110 nur noch 60 Tage. Allein in Puurs erlaube das ab Mai die Produktion von monatlich 100 Millionen Dosen.

kle/ml (afp, dpa, rtr)




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