USA vor Afghanistan-Krisengipfel unter Druck | Aktuell Welt | DW

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Westliche Partner bedrängen die USA, den Einsatz zur Rettung zehntausender Menschen aus Kabul über den 31. August hinaus zu verlängern. Zu den Befürwortern einer Ausweitung der Evakuierungsmission gehört auch Großbritanniens Premierminister Boris Johnson. Seine Position will der Premier nach Angaben seines Verteidigungsministers Ben Wallace beim virtuellen Krisengipfel der G7-Gruppe an diesem Dienstag deutlich machen. Schon eine Ausweitung des Einsatzes um “nur ein oder zwei Tage würde uns ein oder zwei Tage mehr Zeit geben, um Menschen zu retten”, erklärte Wallace. Zu den Fürsprechern einer Verlängerung der Mission gehört auch Frankreich.

Großbritannien | Boris Johnson

Boris Johnson drängt als G7-Gastgeber auf Evakuierungsflüge auch im September

Der britische Regierungschef betonte in einer Erklärung zum G7-Treffen, die Rettung “unserer Bürger und jener Afghanen, die uns während der vergangenen 20 Jahre geholfen haben”, habe nun “oberste Priorität”. Die G7-Staaten müssten aber auch “die nächste Phase” in den Blick nehmen, in der es darum gehen müsse, einen “gemeinsamen Ansatz” gegenüber Afghanistan zu definieren. Großbritannien hat derzeit den Vorsitz der G7-Gruppe inne.

Der amerikanische Präsident Joe Biden hält bisher am Abschluss des US-Truppenabzugs aus Afghanistan zum 31. August fest. Pentagon-Sprecher John Kirby sagte: “Unser Fokus liegt darauf, das bis zum Ende des Monats zu schaffen.”

Mass strebt zivilen Weiterbetrieb des Airports Kabul an 

Deutschland eruiert noch Möglichkeiten eines anderen Weges, um Menschen aus Kabul herauszuholen. Außenminister Heiko Maas sagte in Berlin, die Bundesregierung spreche derzeit mit den USA, der Türkei und anderen Partnern, “um einen zivilen Weiterbetrieb des Flughafens zu ermöglichen”. Ziel sei es, Ortskräften und anderen Schutzbedürftigen “die Ausreise aus Afghanistan über den laufenden Militäreinsatz hinaus zu ermöglichen”. Zudem verhandele man mit den Nachbarstaaten Afghanistans, damit diese auf dem Landweg geflüchtete Menschen aufnehmen. Dafür habe man 100 Millionen Euro bereitgestellt. Die deutschen Botschaften in den Nachbarstaaten sollten den Schutzbedürftigen dann schnell und unkompliziert Visa für die Einreise nach Deutschland ausstellen. 

Usbekistan | Ankunft evakuierter Personen aus Kabul in Taschkent

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Ein Flugzeug der Bundeswehr kurz nach der Landung in Usbekistans Hauptstadt Taschkent – dem Drehkreuz der Evakuierungsflüge

Darüber hinaus wird laut Maas auch mit den Taliban gesprochen. Die Islamisten hatten am Montag vor “Konsequenzen” gewarnt, falls der Evakuierungseinsatz verlängert werden sollte. Das Datum 31. August sei “eine rote Linie”, sagte Taliban-Sprecher Suhail Schahin. 

Gefahr für Mitarbeiter von Entwicklungsorganisationen 

Entwicklungsminister Gerd Müller machte auf die große Gefahr für afghanische Mitarbeiter von Entwicklungsorganisationen unter der Herrschaft der Radikalislamisten aufmerksam. Er traue den Zusicherungen der Taliban nicht, “es wird bereits jetzt verfolgt und gemordet”, sagte Müller der “Augburger Allgemeinen”. Er habe große Sorge um die afghanischen Beschäftigten der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und anderer Nichtregierungsorganisationen. Müller drang ebenfalls auf eine Verlängerung der Evakuierungsmaßnahmen. 

Afghanistan Kabul Airport | Flüchtlinge warten auf Ausreise

Nach wie vor versuchen tausende Menschen, auf das Flughafengelände in Kabul zu gelangen

In Kabul werden die westlichen Rettungsflüge derweil unter Hochdruck fortgesetzt. Die Lage am Flughafen ist weiter extrem angespannt. Die Bundeswehr flog nach eigenen Angaben am Montag 944 Menschen aus der afghanischen Hauptstadt aus. Insgesamt wurden seit Beginn des Einsatzes damit mehr als 3650 Menschen mit Bundeswehrmaschinen gerettet. Die USA brachten seit der Machtübernahme der Taliban am 14. August 48.000 Menschen aus Afghanistan in Sicherheit.

se/as (afp, dpa, epd, rtr, kna, zdf) 




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