Versöhnungsabkommen: Namibias Opposition beklagt ″Apartheid″ | Aktuell Afrika | DW

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Von einem “minderwertigen” Abkommen sprach der Abgeordnete Edson Issacks von der Oppositionspartei LPM. Ganze Bevölkerungsgruppen Namibias seien vom Verhandlungsprozess mit der deutschen Regierung ausgeschlossen worden. Was die Regierung in Windhuk praktiziert habe, “ist Apartheid”, fügte er hinzu. Issacks’ Parteikollegin Utaara Mootu warf der Regierung “Verrat” vor.

Auch der Abgeordnete Josef Kauandenge von der oppositionellen Nudo-Partei erklärte, seine Partei könne die Unterzeichnung des Versöhnungsabkommens nicht unterstützen. “Das Abkommen kann von der deutschen und der namibischen Regierung unterzeichnet werden, doch die große Mehrheit der Nama und Herero wird es mit der Verachtung zurückweisen, die es verdient”, sagte er.

“Sensible” Angelegenheit

Premierministerin Saara Kuugongelwa hatte bereits bei der Vorstellung des Rahmenabkommens auf die unterschiedlichen öffentlichen Bewertungen des Dokuments hingewiesen und von einer “sensiblen” Angelegenheit gesprochen. “Es ist wichtig, dass wir uns bei dieser Sache nicht spalten, sondern als Nation geeint bleiben”, sagte die Regierungschefin. Den Vorwurf, Vertreter der Volksgruppen Herero und Nama seien nicht ausreichend in die Verhandlungen eingebunden gewesen, wies sie zurück.

Namibias Ministerpräsidentin Saara Kuugongelwa (Archivbild)

Namibias Ministerpräsidentin Saara Kuugongelwa (Archivbild)

Namibia – damals Deutsch-Südwestafrika – war von 1884 bis 1915 deutsche Kolonie. Zwischen 1904 und 1908 wurden unter der deutschen Kolonialherrschaft zehntausende Angehörige der Herero und Nama von Truppen des deutschen Kaiserreichs getötet. Historiker sprechen vom ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts.

Das Parlament in der Hauptstadt Windhuk soll in den kommenden Tagen über das Dokument abstimmen, in dem die Bundesregierung die kolonialen Gräueltaten als Völkermord anerkennt. Danach kann es von den Außenministern beider Länder unterzeichnet werden. Deutschland will die Nachkommen offiziell um Vergebung bitten und in den nächsten 30 Jahren mit 1,1 Milliarden Euro unterstützen.

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rb/wa (AFP, dpa)




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