Viele Tote nach Explosion in Moschee in Afghanistan | Aktuell Welt | DW

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Bei den Angaben handele es sich um vorläufige Zahlen, sagte ein Beamter der Gesundheitsbehörde der Stadt Kandahar. Spezialkräfte seien vor Ort, um die Art der Detonation zu untersuchen, sagte ein Sprecher der herrschenden militant-islamistischen Taliban. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Bislang hat sich keine Gruppierung zu dem Angriff bekannt.

Schiiten sind Minderheit im Land

Örtliche Medien sprachen von einem Bombenanschlag. Es war bereits die zweite Explosion in einem schiitischen Gotteshaus binnen einer Woche. Das Attentat in Kandahar sei während des Freitagsgebets verübt worden, hieß es in den Berichten weiter. Auf Bildern in Medien und in sozialen Netzwerken waren auf dem Boden liegende Verletzte zu sehen.

Afghanistan Bombenanschlag auf schiitische Moschee in der afghanischen Provinz Kandahar

Menschen versammeln sich nach der Explosion in der südafghanischen Stadt Kandahar

Erst am vergangenen Freitag waren bei einem Selbstmordanschlag auf eine Moschee der schiitischen Minderheit in der Stadt Kundus im Norden Afghanistans mehr als 40 Menschen getötet und mehr als 140 weitere verletzt worden. Diesen Anschlag reklamierte die sunnitische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für sich.

Taliban und IS sind verfeindet

Sunnitische Extremisten werfen schiitischen Muslimen vor, sich vom wahren Glauben entfernt zu haben. Mit den ebenfalls sunnitischen Taliban ist der IS trotz großer ideologischer Nähe verfeindet. Die Taliban bekämpfen den IS seit dessen Auftauchen in Afghanistan Anfang 2015.

Afghanistan Bombenanschlag auf schiitische Moschee in der afghanischen Provinz Kandahar

Ratlosigkeit und Entsetzen nach der Explosion

Der IS hatte bereits in der Vergangenheit schiitische Muslime und deren Einrichtungen in Afghanistan angegriffen. Attacken gab es vor allem in der Hauptstadt Kabul sowie in den östlichen Provinzen Nangarhar und Kunar. Auch den verheerenden Anschlag Ende August am Flughafen Kabul während der noch laufenden internationalen Evakuierungsmission reklamierte der IS für sich. Damals starben nach Medienberichten fast 200 Menschen.

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nob/uh (dpa, afp)




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