Vulkangase auf La Palma weniger gefährlich als befürchtet | Aktuell Europa | DW

Vulkangase auf La Palma weniger gefährlich als befürchtet | Aktuell Europa | DW

0 Von


Es zischt, es dampft, es brodelt, wenn die über tausend Grad heiße Lava an der Küste der spanischen Insel La Palma ins Meer stürzt. Zehn Tage lang hatte sich der heiße Strom den Weg vom Vulkan Cumbre Vieja über die Westflanke der kanarischen Insel gebahnt. Nun hat der Lavafluss den Atlantik erreicht.

Der Moment war mit Sorge erwartet worden: Experten befürchteten, beim Kontakt der Lava mit dem Meereswasser könnten giftige Gase entstehen. Doch die Regierung gab Entwarnung und teilte mit, die Eruption habe „die Luftqualität nicht beeinträchtigt“, diese sei „vollkommen atembar.“

Der Vulkanologe Alexis Schwartz sagte im DW-Interview, dass die guten Wetter-Bedingungen dafür gesorgt hätten, dass die aufsteigenden Dampfwolken in Richtung Meer und nicht in die bewohnte Küstengegend geblasen werden. Nach Einschätzung von Schwartz wird die Konzentration von giftigem Material in der Luft sehr gering bleiben – selbst wenn der Wind dreht.

Zuvor war von den Behörden gewarnt worden, dass das Einatmen oder der Kontakt mit sauren Gasen und Flüssigkeiten, Haut, Augen und Atemwege reizen und Atembeschwerden verursachen könnte. Angesichts des Vordringens der Lava in Richtung Meer war eine Sperrzone eingerichtet worden. Die Bewohner des Gebiets wurden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Auch waren mögliche Explosionen glühender Lavabrocken und kochend heiße Flutwellen erwartet worden. Doch auch diese Befürchtungen sind nicht eingetreten.

Kein Ende in Sicht

Doch der Vulkan speit weiter Lava. David Calvo, Sprecher des Kanarischen Vulkanologischen Instituts, sagte im spanischen Fernsehen, es sei „eine Phase des Gleichgewichts eingetreten“. In den nächsten Tagen sei weiterhin diese Art von Aktivität mit hoher Lavaproduktion zu erwarten.

Luftaufnahme von einem Haus, links und rechts davon fließen Lavaströme, die die umliegenden Häuser mitgerissen haben.

Das „Wunderhaus“ von La Palma: Inzwischen auch dem Lavastrom zum Opfer gefallen

Der Cumbre Vieja war am 19. September zum ersten Mal seit 50 Jahren ausgebrochen. Bei den letzten Ausbrüchen in den Jahren 1949 und 1971 kamen insgesamt drei Menschen ums Leben. Zwei von ihnen starben, nachdem sie gesundheitsschädliche Gase eingeatmet hatten.

Beim aktuellen Ausbruch sind bislang keine Verletzten oder Todesopfer zu beklagen, der Sachschaden ist jedoch enorm.

Die Lava des Vulkans breitete sich auf rund 270 Hektar Land aus. Mehr als 650 Häuser sowie einige Straßen wurden zerstört, mehr als 6000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Auch das „Wunderhaus“ von La Palma wurde inzwischen von der Lava verschluckt. Noch vor wenigen Tagen stand das kleine weiße Haus unbeschadet auf einer Art Insel mit im geteilten Lavastrom, während links und rechts alles vom glühenden Gestein mitgerissen wurde.

Existenzgrundlage in Gefahr 

Der Regionalpräsident der Kanaren, Angel Victor Torres, hat die Schadenssumme auf mehr als 400 Millionen Euro beziffert. In einem Interview sagte er, die gesamte Bananenernte sei zu Schaden gekommen – etwa ein Drittel der für die Kanaren so wichtigen Produktion.

 Ein mit Vulkanasche bedeckter Bauer pflückt ein Bündel grüner Bananen, und trägt sie auf der Schulter davon, bevor die Lava des Vulkans Cumbre Vieja die Plantage erreicht.

Ein Landwirt bringt seine Bananenstauden vor der Lava in Schutz

Die spanische Regierung hatte Hilfsgelder in Höhe von 10,5 Millionen Euro für die Menschen freigegeben, die durch den Vulkanausbruch ihr Zuhause verloren. Experten rechnen damit, dass der Vulkan noch für Wochen oder sogar Monate aktiv bleiben wird. 

ies/AR (afp, dpa)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Empfehlung:   Doch noch an Ostern nach Spanien? | Aktuell Europa | DW