Wahl in Israel: Netanjahu im Vorteil | Aktuell Nahost | DW

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Der Likud von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu geht trotz Verlusten als stärkste Kraft aus der Parlamentswahl hervor. Die rechtskonservative Partei errang laut Prognosen 31 bis 33 Sitze in der Knesset. Damit hat der 71-jährige Netanjahu Chancen, Ministerpräsident zu bleiben.

Die liberale Partei Jesch Atid (Es gibt eine Zukunft) seines Rivalen Jair Lapid kann mit 16 bis 18 Sitzen rechnen – was für Platz zwei reicht. Für Lapid (57) dürfte es jedoch schwierig werden, das heterogene Lager der Netanjahu-Gegner in ein stabiles Bündnis zu führen.

Zersplitterte Parteienlandschaft

Insgesamt übersprangen wohl zwölf Parteien die 3,25-Prozent-Hürde für den Einzug ins Parlament. Auch wenn sie einem Lager entstammen, sind Parteien nicht unbedingt bündniskompatibel. Neben programmatischen Differenzen liegt dies auch an persönlichen Animositäten.

Königsmacher für Netanjahu könnte dessen einstiger Verbündeter und Ex-Verteidigungsminister Naftali Bennett mit seiner siedlerfreundlichen Jamina-Partei werden. Bennett war zwar mit dem Ziel in den Wahlkampf gegangen, Netanjahu abzulösen. Er hat allerdings auch nicht ausgeschlossen, in eine Koalition mit ihm einzutreten.

Israel Jerusalem | Verteidigungsminister | Naftali Bennett

Naftali Bennett: Erklärt er sich zur Zusammenarbeit mit Netanjahu bereit?

Israel befindet sich seit gut zwei Jahren in einer politischen Dauerkrise. Es war in dieser Zeit bereits die vierte Parlamentswahl. Nach zwei Wahlen im Jahr 2019 war es Netanjahu jeweils nicht gelungen, eine Regierung zu bilden.

Unter dem Eindruck der Corona-Krise kam es dann nach der Wahl 2020 zu einer Koalition zwischen dem Likud und dem Mitte-Bündnis Blau-Weiß von Ex-Armeechef Benny Gantz, die jedoch im Dezember an einem Haushaltsstreit zerbrach. Zuletzt konnte Netanjahu mit der rasanten Impfkampagne punkten, steht aber zugleich wegen eines gegen ihn laufenden Korruptionsprozesses unter Druck.

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wa/fw (dpa, afp, rtr)




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