Weiteres Online-Medium in Hongkong gibt auf | Aktuell Welt | DW

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Erneut hat ein regierungskritisches Nachrichtenmedium in Hongkong seine Auflösung bekanntgegeben. Die Online-Publikation „Citizen News“ teilte mit, ab Dienstag den Betrieb vollständig einzustellen. Begründet wurde der Schritt mit dem „sich verschlechternden Umfeld für die Medien“. Deshalb könne man die Sicherheit seiner Mitarbeiter nicht mehr gewährleisten.

Journalisten sind in Haft

Erst Ende Dezember hatte das pro-demokratische Medium „Stand News“ geschlossen, nachdem Hongkongs Behörden mehrere führende Journalisten der Publikation hatten festnehmen lassen. Im Juni war zudem die prodemokratische Zeitung „Apple Daily“ zwangsweise eingestellt worden, nachdem das Boulevardblatt wegen angeblicher Verstöße gegen das sogenannte Sicherheitsgesetz ins Visier der Behörden geraten war. Ihr Gründer Jimmy Lai sitzt im Gefängnis.

China I Verhaftung von Ronson Chan in Hongkong

Am 29.12.2021 nimmt die Polizei Patrick Lam, den Chefredakteur der Publikation „Stand News“, fest

Nach anhaltenden Demonstrationen und dem Ruf nach mehr Demokratie in Hongkong hatte die kommunistische Führung in Peking vor eineinhalb Jahren das umstrittene Sicherheitsgesetz erlassen. Die vage Formulierung des Gesetzestextes erleichtert das Vorgehen gegen Aktivitäten, die China als subversiv, separatistisch, terroristisch oder verschwörerisch einstuft – und zielt damit auf Kritiker der Hongkonger Regierung und der chinesischen Führung.

90 Abgeordnete vereidigt

Unterdessen sind die neuen Abgeordneten im Hongkonger Legislativrat nach ihrer umstrittenen Wahl im Dezember vereidigt worden. In einer symbolträchtigen Zeremonie, welche die neuen politischen Gegebenheiten Hongkongs widerspiegelte, legten die 90 Abgeordneten ihren Eid ab. 

Parlamentswahl in Hongkong

Hongkonger geben ihre Stimme bei der Parlamentswahl am 19.12.2021 ab – die Wahlbeteiligung lag nur bei 30 Prozent

Die Parlamentswahl hatte erstmals auf Grundlage eines neuen Wahlgesetzes stattgefunden, das die Zahl der direkt gewählten Abgeordneten drastisch verringert und die Zahl der Peking-treuen Repräsentanten vervielfacht. Zudem wurden vor der Abstimmung alle Kandidaten auf ihren „Patriotismus“ und ihre politische Loyalität gegenüber China hin überprüft.

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Oppositionelle flohen ins Ausland

Die G7 und andere westliche Staaten kritisierten die Wahl als undemokratisch. Die größten pro-demokratischen Parteien hatten keine Kandidaten aufgestellt. Dutzende prominente Oppositionelle – darunter viele, die bei der vorherigen Wahl Sitze im Parlament gewonnen hatten – wurden wegen Verstößen gegen das sogenannte Nationale Sicherheitsgesetz inhaftiert, von der Wahl ausgeschlossen oder flohen ins Ausland. Die Wahlbeteiligung lag bei nur rund 30 Prozent.

nob/AR (dpa, rtr, ap)




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