Welthungerhilfe schlägt wegen Hungersnöten Alarm | Aktuell Welt | DW

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Der Grund für die verschärfte Situation seien bewaffnete Konflikte wie in der Krisenregion Tigray im Norden Äthiopiens, teilte die Hilfsorganisation in Berlin mit. Aber auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie hätten enormen Einfluss, genauso wie der Klimawandel.

„In vielen unserer Projektländer hat sich die Lage der Menschen durch die Pandemie dramatisch verschärft“, berichtete die Präsidentin der Welthungerhilfe, Marlehn Thieme. „Corona ist zum Hungervirus mutiert und insbesondere Frauen und Kinder leiden am stärksten unter den Folgen.“ Mädchen würden früher verheiratet, viele Kinder kehrten nicht in die Schulen zurück, weil sie Geld verdienen müssten.

Dürren und Überschwemmungen in Afrika

In Afrika gefährde zudem der Klimawandel die Existenzen vieler Familien, erklärte Thieme. In Madagaskar hätten jahrelange Dürren und in Ostafrika verheerende Überschwemmungen die Lebensgrundlage von Bauern und Bäuerinnen zerstört. „Die Menschen haben keinerlei Reserven mehr“, warnte Thieme. 

In den zurückliegenden Monaten blieb der lang ersehnte Regen aus: Stattdessen verwandelten Sandstürme weite Teile das Ackers in Ödland. Die Zahl der Hungernden wird inzwischen auf 1,2 Millionen Menschen beziffert; 14.000 schwebten in akuter Lebensgefahr. Ein Ende scheint nicht in Sicht.

Mitarbeiter des WFP mit Menschen am Boden

Auch das Welternährungsprogramm (WFP) versucht in Madagaskar zu helfen

Der Rückblick ins vergangene Jahr zeigt nach Angaben der Welthungerhilfe aber auch, dass trotz aller Schwierigkeiten viel erreicht werden kann. Die Hilfsbereitschaft der Deutschen sei 2020 außerordentlich hoch gewesen, erklärte die Organisation, die eines der höchsten Spendenergebnisse in ihrer Geschichte verzeichnete und mehr als 14 Millionen Menschen unterstützen konnte.

„Die privaten Spenden sind für uns ein wichtiger Ansporn, im Kampf gegen Hunger und Armut nicht nachzulassen“, erklärte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Mathias Mogge.

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Hunger als Waffe

Die aktuellen Berichte aus den Partnerländern der Welthungerhilfe seien allerdings alarmierend: „Die Nahrungsmittelpreise steigen enorm an, die wirtschaftliche Entwicklung ist durch die Lockdowns und Unterbrechung der Handelswege um Jahre zurückgeworfen und viele Familien haben sich hoch verschuldet“, erklärte Mogge. In vielen Ländern hätten die Menschen mit den Auswirkungen von verschiedenen, sich überlagernden Krisen zu kämpfen. Hunger werde auch zunehmend als Waffe eingesetzt.

Im Jahr 2020 standen der Welthungerhilfe nach eigenen Angaben 285,4 Millionen Euro für den Kampf gegen Hunger und Armut zur Verfügung, die Spendeneinnahmen lagen bei 69,6 Millionen Euro. Öffentlichen Geber stellten der Welthungerhilfe 213,2 Millionen Euro bereit. Der Anteil der Bundesregierung betrug knapp 50 Prozent, der größte Einzelgeber war das Bundesentwicklungsministerium mit 43,8 Millionen Euro. Das meiste Geld floss in Projekte im Südsudan, im Sudan sowie in Syrien und der Türkei.

jmw/an (epd, kna)

 




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