WFP: ″Durchbruch″ für Krisenregion Tigray | Aktuell Afrika | DW

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Dieser Erfolg sei im Gespräch mit der Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed in Addis Abeba erzielt worden, teilte Welternährungsprogramm-Chef David Beasley nach einem Besuch in der tigrayischen Provinzhauptstadt Mekele mit. Seine Organisation habe sich mit der äthiopischen Führung “auf konkrete Schritte zur Verstärkung der Hilfen” geeinigt und werde ihre “Tätigkeiten in der Region im Norden des Landes ausweiten”, schrieb Beasley auf Twitter.

Darüber hinaus habe sich die äthiopische Regierung bereit erklärt, in Zukunft Anträge von Mitarbeitern humanitärer Organisationen schneller zu bearbeiten, damit diese sich in der Krisenregion freier bewegen können, teilte das Welternährungsprogramm mit. Das WFP habe seinerseits der Aufforderung der Regierung zugestimmt, bei der Versorgung von einer Million Menschen in schwer zugänglichen Gegenden von Tigray mit Notrationen zu helfen.

Unterstützung von Bundeskanzlerin Merkel

Äthiopiens Friedensminister Muferihat Kamil sagte in einer eigenen Stellungnahme, die Regierung “arbeite mit Hochdruck an der Bearbeitung von Anträgen internationaler Helfer”, sich nach und in Tigray bewegen zu dürfen.

Hilfsorganisationen hatten in den vergangenen Monaten immer wieder den fehlenden Zugang zu der umkämpften Region beklagt. Ein Sprecher des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (Ocha) hatte am Freitag erklärt, die äthiopische Zentralregierung von Ministerpräsident Ahmed sperre UN-Helfer und ihre Partner insbesondere aus ländlichen Gebieten aus.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte nach einem Telefonat mit Abiy am 2. Februar freien Zugang von humanitären Hilfsorganisationen und Medien in Tigray gefordert.

Dramatische Lage in Tigray

WFP-Chef Beasley hatte sich am Wochenende bei einem von der äthiopischen Regierung organisierten Besuch in Tigray einen Eindruck von der Lage verschafft. Anschließend äußerte er sich besorgt über die Ernährungssituation. Schätzungen zufolge seien zwischen 2,5 und 3 Millionen Menschen auf Lebensmittelnothilfe angewiesen. Mehr als 60.000 Menschen flüchteten laut den Vereinten Nationen ins Nachbarland Sudan.

Südafrika Johannesburg - David Beasley

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WFP-Chef David Beasley (Archiv)

Die äthiopische Regierung dagegen hat Sorgen um eine drohende Hungersnot stets heruntergespielt und vielmehr ihre eigenen Bemühungen um eine Versorgung der rund sechs Millionen Tigrayer betont. Man habe knapp zwei Millionen Menschen mit Lebensmitteln versorgt, hieß es. Weil die Region jedoch weitgehend von der Öffentlichkeit abgeschnitten ist, lassen sich die Verhältnisse vor Ort nur schwer einschätzen.

In Tigray waren Anfang November heftige Kämpfe zwischen der äthiopischen Armee und der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF) ausgebrochen, die bisher in der Region im Norden des Landes an der Macht war. Hintergrund des Konflikts sind die Machtverhältnisse in Tigray und dem gesamten Vielvölkerstaat Äthiopien.

mak/AR (epd, afp)




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