WHO-Frühwarnzentrum für Pandemien eingeweiht | Aktuell Welt | DW

WHO-Frühwarnzentrum für Pandemien eingeweiht | Aktuell Welt | DW

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Während die Corona-Zahlen in Deutschland und anderswo wieder steigen und ein Ende der Pandemie noch nicht in Sicht ist, bereitet sich die Welt auf künftige Epidemien und Pandemieausbrüche vor. Denn Experten sind überzeugt, die nächste Pandemie ist nur eine Frage der Zeit. Um Signale möglichst früh zu sehen und Risiken besser einschätzen zu können, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Berlin ein Pandemiefrühwarnzentrum geschaffen.

Eingeweiht wurde das Zentrum von Bundeskanzlerin Angela Merkel und WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. “Wir wollen besser gewappnet sein bei künftigen Epidemien und Pandemien”, sagte Merkel. Berlin sei als Standort mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) und der Charité bestens dafür geeignet.

Globale Drehscheibe für die künftige Pandemievorsorge

Der “WHO Hub for Pandemic and Epidemic Intelligence” soll mithilfe von künstlicher Intelligenz Milliarden Daten über Tiergesundheit, Krankheiten, Bevölkerungsbewegungen Klimawandelfolgen und vieles mehr verarbeiten. Darin sollen Muster frühzeitig erkannt und anhand von Computermodellen Bedrohungsszenarien erstellt werden. Die Hoffnung ist, dass dann früher und konsequenter gehandelt wird als nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie Anfang vergangenen Jahres, damit ein Erreger sich möglichst nicht auf der ganzen Welt verbreitet.

Erster Direktor ist der in Deutschland geborene nigerianische Epidemiologe Chikwe Ihekweazu, der zurzeit die Gesundheitsbehörde Nigerias leitet. Das Zentrum startet auf dem Gelände der Charité, einem der Gründungspartner, und soll künftig einen eigenen Campus in Berlin-Kreuzberg erhalten, wie die WHO mitteilte.

Die Bundesregierung hat für das Zentrum 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Unter anderem soll die Expertise des Robert-Koch-Instituts, der Berliner Charité, einer der größten Universitätskliniken Europas, sowie des Hasso-Plattner-Instituts für Digital Engineering einfließen.

Knackpunkt bleibt die Kooperationsbereitschaft

Daten zu Pandemien und Epidemien sammeln bislang neben der WHO auch die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE). Das neue sogenannte WHO-Hub braucht aber auch Zulieferungen durch Regierungen, Labore und wissenschaftliche Institute, wie die beteiligten Institutionen betonten. Das geschieht auf freiwilliger Basis und wird von Regierungen gesteuert. So steht und fällt der Erfolg des Zentrums mit der Kooperationsbereitschaft der Länder.

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Das Beispiel COVID-19 weckt Skepsis: China enthält der WHO bei der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus bis heute wichtige Daten über die ersten bekannten Corona-Patienten vor. Als Grund gibt Peking den Persönlichkeitsschutz der Patienten an, wie internationale Mitglieder der WHO-Delegation berichteten, die Wuhan besuchten, den mutmaßlichen Ausgangsort der Pandemie. Dabei können solche Daten völlig anonymisiert aufbereitet werden.

Nach dem Auftauchen der ersten COVID-19-Fälle in Wuhan Ende 2019 war lange unklar, ob das neue Coronavirus sich von Mensch zu Mensch überträgt. Internationale Reiserestriktionen wurden erst verhängt, nachdem Infizierte aus Wuhan bereits in alle Welt gereist waren.

qu/AR (dpa, afp, rtr)




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