WHO schlägt Christian Drosten für neuen Pandemie-Beirat vor | Aktuell Welt | DW

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Die 26 Fachleute wurden aus 700 Bewerbungen ausgewählt, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mitteilte. Die Spezialistinnen und Spezialisten stammen aus verschiedenen Disziplinen, etwa der Epidemiologie, der Tiergesundheit und der Molekularbiologie. Sie kommen aus zahlreichen Ländern, darunter China, Russland, die USA, Sudan, Saudi-Arabien und Kambodscha. Deutschland ist mit Christian Drosten, dem Leiter der Virologie an der renommierten Charité in Berlin, vertreten. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie zählt er zu den prominentesten Virenforschern in Deutschland. Politische Überlegungen hätten bei der Auswahl keine Rolle gespielt, betonte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan. Die Mitgliedsländer können sich bis Ende Oktober zu der Liste äußern.

Die neue Expertengruppe soll einen globalen Rahmen für die Erforschung neu auftretender Krankheitserreger mit epidemischem und pandemischem Potenzial schaffen, wie die WHO bekanntgab. So soll sie Richtlinien für künftige Studien über den Ursprung von Pandemien und Epidemien erarbeiten und Untersuchungen beaufsichtigen. Ferner ist vorgesehen, dass die Wissenschaftler die ins Stocken geratene Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus vorantreiben.

Schweiz Genf | Mike Ryan Stellvertretender Generaldirektor der WHO während Pressekonferenz

Der Nothilfekoordinator der WHO, Mike Ryan (Archivbild)

SAGO soll mehr Klarheit bringen

Neben dem Coronavirus sind in den vergangenen Jahren weitere hochgefährliche Krankheitserreger aufgetaucht, unter anderem das Mers-Virus und verschiedene Vogelgrippeviren. Deshalb hatte die WHO bereits Anfang des Jahres angekündigt, eine wissenschaftliche Beratergruppe für die Entstehung neuartiger Krankheitserreger (SAGO) zu schaffen.

Der Beirat ist nach Ansicht von Beobachtern auch eine Reaktion auf die von China lange verschleppte internationale Untersuchung des Ursprungs des Coronavirus. Das Virus tauchte Ende 2019 erstmals in Wuhan in China auf. Die von der WHO vorgeschlagenen ausländischen Experten durften erst mehr als zwölf Monate später, Anfang dieses Jahres, nach China reisen. 

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Untersuchungen sollen erleichtert werden

Eine weitere Untersuchung vor Ort will China nicht zulassen. Die US-Regierung wirft China vor, den Experten Informationen vorenthalten zu haben. Peking hält im Gegenzug den USA und anderen Ländern vor, die Pandemie und die Suche nach dem Ursprung für politische Attacken zu missbrauchen.

Die WHO hofft, dass solche Untersuchungen künftig über den Beirat vorbereitet werden und dann ohne politische Auseinandersetzungen zwischen Regierungen über die Bühne gehen können. „Es liegt in der Natur der Dinge, dass neue Viren mit dem Potenzial, Epidemien oder Pandemien auszulösen, auftauchen“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das Virus Sars-CoV-2 werde nicht das letzte sein. „Zu verstehen, wo neue Pathogene herkommen, ist die Voraussetzung dafür, künftige Ausbrüche mit epidemischem oder pandemischem Potenzial zu verhindern.“

kle/pg (afp, epd, dpa)




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