Wieder Frauen-Demonstration gegen Lukaschenko | Aktuell Europa | DW

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Der samstägliche Frauen-Marsch gegen Staatschef Alexander Lukaschenko entwickelt sich immer mehr zu einer Institution im Kampf der belarussischen Demokratiebewegung gegen den Präsidenten. Trotz massiven Polizeieinsatzes versammelten sich in der Hautstadt Minsk wieder mehrere Hundert Frauen. Sie schwenkten die historischen weiß-rot-weißen Landesfahnen und riefen mit Blick auf die umstrittene Vereidigung Lukaschenkos “Schande”. In Sprechchören forderten sie den Rücktritt des Staatschefs.

Belarus I Proteste in Minsk (TUT/dpa/picture-alliance)

Die Staatsmacht greift weiter hart durch

Bereits unmittelbar nach Beginn der Aktionen kam es zu ersten Festnahmen. Die Frauen hatten mancherorts nicht einmal Zeit, mit ihrem Marsch durch die Straßen von Minsk zu beginnen, wie das Menschenrechtszentrum Wesna mitteilte. Die Aktivisten von Wesna sprachen am frühen Abend von rund 80 Festgenommenen, darunter auch Journalistinnen. Zudem wurde die 73 Jahre alte Nina Baginskaja, eine Veteranin der Protestbewegung und eine seit ihrem Kampf gegen die Kommunisten zu Sowjetzeiten bekannte Oppositionelle, festgenommen. Auch zufällig vorbeikommende Passantinnen sollen Aktivisten zufolge einfach abgeführt worden sein.

“Generalprobe” für die Demokratie

Die Proteste in der ehemaligen Sowjetrepublik dauern inzwischen seit fast acht Wochen an. Mit dem regelmäßig samstags stattfindenden “Marsch der Solidarität” wollen die Frauen die Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja unterstützen, die sie als wahre Siegerin der Präsidentschaftswahl vom 9. August ansehen. Die Demonstration der Frauen sei diesmal als “festliche Generalprobe einer echten Amtseinführung durch das Volk” angelegt, wie die Oppositionsbewegung mitteilte.

Belarus I Proteste in Minsk (TUT/AP/picture-alliance)

Nina Baginskaja wird in Gewahrsam genommen

Bei einer für Sonntag geplanten Großdemonstration sollen die Menschen im ganzen Land die Bürgerrechtlerin Tichanowskaja symbolisch zur Präsidentin ernennen. “Lasst uns zeigen, wer unsere Präsidentin ist”, hieß es. Die Demonstranten fordern Neuwahlen ohne Lukaschenko, die Freilassung aller politischen Gefangenen und die strafrechtliche Verfolgung der Polizeigewalt.

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Lukaschenko hatte sich am Mittwoch nach 26 Jahren an der Macht ohne Vorankündigung zum sechsten Mal im Amt vereidigen lassen. Bei der Abstimmung im August will er mehr als 80 Prozent der Stimmen erreicht haben. Die Opposition in Belarus betrachtet die Präsidentenwahl als gefälscht. Auch die EU erkennt die Wahl nicht an.

qu/kle (dpa, rtr)




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