Wirecard: Das Versagen der Aufseher | Aktuell Deutschland | DW

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Als “Schande” für Deutschland hatte Felix Hufeld, Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die katastrophalen Ereignisse rund um den DAX-Konzern Wirecard bezeichnet. Und Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte als Konsequenz aus dem Bilanzskandal eine Reform der deutschen Finanzaufsicht angekündigt. Ein Punkt bei der künftigen Reform dürften zweifellos die Aufgabenverteilung und die Personalausstattung der Aufsichtsbehörden sein.

BaFin wurde schon vor 16 Monaten misstrauisch

Denn die BaFin soll die Betrugsvorwürfe gegen Wirecard über Monate hinweg durch nur einen Mitarbeiter haben prüfen lassen. Obwohl es seit Anfang 2019 einen konkreten Verdacht auf Bilanzmanipulationen bei dem Dax-Konzern gegeben und der Fall immer weitere Kreise gezogen habe, sei “im Wesentlichen nur ein einzelner Mitarbeiter” mit der komplexen Prüfung betraut gewesen, berichtet die “Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung” (F.A.S.). Private Wirtschaftsprüfungsgesellschaften würden bei ähnlich schwierigen Fällen in Großunternehmen nicht selten Dutzende von Bilanzierungsfachleuten einsetzen.

Die BaFin habe bereits im Februar 2019 im Rahmen der Wertpapieraufsicht einen Anlass gesehen, den Vorwürfen gegen Wirecard nachzugehen, heißt es. Doch nach geltendem Recht habe sie mit dieser Untersuchung die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) beauftragen müssen. Dort gebe es jedoch zu wenig Personal, weshalb die DPR lediglich einen Mitarbeiter für die Untersuchung abgestellt habe.

Wirecard will vorerst weitermachen

BaFin und DPR bestätigten der Zeitung, dass die Sonderprüfung im Februar 2019 veranlasst worden sei, nannten aber keine weiteren Einzelheiten. Ein Ergebnis der Sonderprüfung durch die Finanzaufsicht liegt bis heute nicht vor. Die fragwürdige Aufgabenteilung zwischen BaFin und DPR habe die EU-Kommission veranlasst, die Rolle der deutschen Finanzaufseher in dem Bilanzskandal von der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde Esma überprüfen zu lassen.

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Wirecard hatte diese Woche Insolvenz angemeldet, nachdem das Unternehmen eingestehen musste, dass in der Bilanz aufgeführte Barmittel von 1,9 Milliarden Euro, die angeblich auf asiatischen Bankkonten lagen, nicht auffindbar seien. Das Unternehmen setzt trotzdem auf eine Fortführung des Geschäfts. “Der Vorstand ist der Meinung, dass eine Fortführung im besten Interesse der Gläubiger ist”, gab der DAX-Konzern am Samstag bekannt.

KfW hat 100 Millionen im Feuer

Zu den Gläubigern zählt im Übrigen auch die staatseigene Förderbank KfW. Deren Tochter Ipex-Bank habe Wirecard im September 2018 einen 100 Millionen Euro schweren Kredit eingeräumt, bestätigte ein KfW-Sprecher einen Bericht der “Börsen-Zeitung”. Demnach wurden keine Absicherungsgeschäfte vereinbart, weshalb ein Totalverlust drohe.

rb/ack (afp, dpa, rtr)




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