Zahl wetterbedingter Katastrophen steigt rasant | Aktuell Welt | DW

Zahl wetterbedingter Katastrophen steigt rasant | Aktuell Welt | DW

0 Von


Die Zahl der wetter- oder klimabedingten Naturkatastrophen hat sich in den vergangenen fünfzig Jahren verfünffacht, die Schadenssummen sind sogar um das Siebenfache gestiegen, wie aus einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hervorgeht. 

Viele Tote vor allem in Entwicklungsländern

Insgesamt wurden von 1970 bis 2019 rund 11.000 solcher Katastrophen gemeldet. Mehr als zwei Millionen Menschen kamen dabei ums Leben, 91 Prozent von ihnen starben demnach in Entwicklungsländern. Es geht etwa um Stürme, Überschwemmungen, Dürren und extreme Hitzeereignisse. Dabei machten Stürme und Überschwemmungen fast 80 Prozent dieser Katastrophen aus.

In der Verteilung der Schäden zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Kontinenten. Diese sind wegen der relativ teuren Infrastruktur in Industriestaaten deutlich höher als in Entwicklungsländern. So entfielen über den untersuchten Zeitraum Afrika 35 Prozent aller Katastrophentoten weltweit auf Afrika, aber nur ein Prozent der wirtschaftlichen Schäden. Nord- und Zentralamerika verzeichneten vier Prozent der Todesopfer und 45 Prozent der wirtschaftlichen Verluste. Die materiellen Schäden weltweit werden mit 3,08 Billionen Euro (3,64 Billionen US-Dollar)  beziffert.

Deutschland nach dem Hochwasser l Polizist an abgesunkener Straßen in Altenahr

Von den Wassermassen weggerissene Straße an der Ahr in Rheinland Pfalz

WMO-Generalsekretär Petteri Taalas prognostiziert bedingt durch den Klimawandel für die Zukunft häufigere und heftigere extreme Ereignisse dieser Art in vielen Teilen der Welt. “Das bedeutet mehr Hitzewellen, Dürren, Waldbrände wie wir sie jüngst in Europa und Nordamerika gesehen haben.” In der Atmosphäre sammele sich mehr Wasserdampf, was extreme Regenfälle und tödliche Überschwemmungen verstärke. Durch die Erwärmung der Weltmeere träten Tropenstürme öfter und in weiteren Regionen auf.

Gleichzeitig haben Frühwarnsysteme laut Meteorologe Taalas dafür gesorgt, dass sich die Todesrate in dem Zeitraum stark verringerte – von jährlich über 50.000 Todesfällen in den 1970er-Jahren auf 20.000 Fälle in den Jahren nach 2010. Diese Systeme hätten dafür gesorgt, dass “wir besser als je zuvor in der Lage sind, Leben zu retten”, so Taalas. Andererseits seien durch das Bevölkerungswachstum in katastrophengefährdeten Gebieten mehr Menschen Risiken ausgesetzt.

USA Hurrikan Ida Bildergalerie

Empfehlung:   Vermisste nach Unwettern an der Côte d′Azur | Aktuell Europa | DW

Schäden durch Hurrikan “Ida” in den USA

Die größten Naturkatastrophen nach verlorenen Menschenleben waren laut der WMO-Statistik die Dürre 1983 in Äthiopien und der Wirbelsturm “Bhola” (1970) in Bangladesch mit jeweils 300.000 Toten. Unter den zehn Katastrophen mit den meisten Todesopfern sind auch die Dürre im Sudan 1983 (150.000 Todesopfer), Zyklon “Gorky” 1991 in Bangladesch (knapp 139.000 Opfer) und Zyklon “Nargis” in Myanmar 2008 (138.000 Opfer).

Die weltweit größten Sachschäden verursachten im vergangenen halben Jahrhundert die Stürme “Katrina” (2005), “Harvey” (2017), “Maria” (2017) “Irma” (2017), “Sandy” (2012) und “Andrew” (1992) in den USA mit einer Summe von 490,84‬ Milliarden US-Dollar (416 Milliarden Euro). Hurrikan “Ida”, der am Sonntag auf die Südostküste der USA traf, könnte die teuerste Sturmkatastrophe aller Zeiten werden, sagte Taalas.

USA | Waldbrände in Kalifornien

In Kalifornien brennen wegen der Trockenheit weiter riesige Waldgebiete

Der Weltklimarat der Vereinten Nationen hatte in seinem jüngsten Bericht im August bereits Alarm geschlagen. Die Erderwärmung mache sich wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge in allen Regionen der Welt bemerkbar und löse teils dramatische Effekte aus. Praktisch jede wissenschaftliche Untersuchung zu Hitzewellen seit 2015 sah demnach von Menschen verursachten Klimawandel als einen Faktor.

qu/AR (afp, dpa, rtr, epd, kna)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.

Empfehlung:   Krawalle bei Protesten im Senegal | Aktuell Afrika | DW