Zweifelhafte Corona-Schnelltests | Aktuell Deutschland | DW

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Die Zulassungsregelungen für Antigen-Schnelltests stehen schon lange in der Kritik. Angesichts der neuen Omikron-Regeln, die Bundeskanzler Olaf Scholz gerade mit den Bundesländern beschlossen hat, fordern Verbraucherschützer wie auch Virologen nun erst recht eine Überprüfung aller in Deutschland verfügbaren und oft mit Steuergeldern bezahlten Bürger- und Selbsttests.

Ihre Wirksamkeit müsse unabhängig bewertet werden, sagte der Gesundheitsmarktexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Arne Weinberg, dem ARD-Hauptstadtstudio. Zudem müssten Informationen zur Qualität einzelner Tests besser aufbereitet werden. Es gebe ein großes Informations- und Transparenzdefizit hinsichtlich der Schnelltests, die in Deutschland verkauft werden dürften.

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Seit Beginn der Pandemie dürfen die Hersteller ihre Tests selbst zertifizieren. Eine unabhängige Kontrolle der Wirksamkeit für das europäische Zulassungsverfahren ist erst ab kommenden Mai vorgesehen. Fragwürdige Tests können aber wegen einer Übergangsfrist noch bis 2025 auf dem Markt bleiben. Und dennoch soll das Freitesten aus Quarantäne oder häuslicher Isolation nach dem Willen von Bund und Ländern weiterhin auch mit einem Schnelltest möglich sein.

Jeder fünfte Schnelltest versagt

Bislang hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) nur einen Teil der Tests untersucht und die Erkenntnisse in einer Liste auf seiner Website veröffentlicht. Demnach wurden 46 von 245 ausgewerteten Test als ungenügend eingestuft – das wäre etwa jeder fünfte. Doch die Untersuchungsergebnisse „sind nicht so verständlich, dass der Verbraucher oder die Verbraucherin sofort sehen kann, was taugt der Test, den ich gerade in der Hand habe“, kritisiert Verbraucherschützer Weinberg.

Nützliche Schnelltests sind von weniger nützlichen nicht zu unterscheiden

Nützliche Schnelltests sind von weniger nützlichen nicht zu unterscheiden

Auch der Münchner Virologe Oliver Keppler kritisiert die fehlende Verlässlichkeit der etwa 600 verschiedenen Antigen-Schnelltests, die es derzeit auf dem deutschen Markt gebe. Viele davon seien bisher „nicht von unabhängigen Stellen oder Wissenschaftlern geprüft“ worden, sagte er in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Grundsätzlich gebe es große qualitative Unterschiede, „insofern ist die Aussagekraft der Selbst- und Schnelltests doch sehr eingeschränkt“.

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Omikron macht die Sache noch schwieriger

Zumal die Omikron-Variante selbst von den präziseren Antigen-Schnelltests nicht mehr so gut erkannt wird. Darauf hatte nicht zuletzt die US-Arzneimittelbehörde (FDA) bereits im Dezember verwiesen.

„Wenn ein Mensch sich testet und ein negatives Ergebnis hat, geht er, denke ich, zurecht davon aus, dass ein in Deutschland verfügbarer Test auch ein vernünftiges Ergebnis liefert, auf das ich mich dann weitgehend verlassen kann“, sagte Virologe Keppler. „Und das ist nicht gegeben.“

rb/uh (ARD, AFP)




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